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Ladeplanung ohne Anbieterfilter

Die Ladeplanung ist eher vorsichtig und schickt mich mitunter auch mit 28 Prozent an die Ladesäule – offenbar setzt das System eher auf mehrere kurze Stopps als auf wenige längere. Die Vorhersage des Ladestands an den Zielorten war in meinem Test sehr zuverlässig; man kann den gewünschten Ladestand bei Ankunft am Ziel oder den Ladestopps angeben.

Die Stopps kann ich erst, nachdem die Routenführung begonnen hat, mit einem Tipp gegen Alternativen austauschen lassen – bei der Planung geht das nicht. Nervig ist zudem, dass ich bei der Ladeplanung lediglich die gewünschte Ladeleistung als Filter angeben kann, nicht aber die Anbieter. Wer ein Abo bei einem Anbieter hat und dort entsprechend günstiger lädt, muss die Ladestopps manuell einplanen. Das sollte DS möglichst schnell ändern; alternativ zum eingebauten Navi kann auch Android Auto oder Apple Carplay verwendet werden.

Einige Funktionen des No. 8 lassen sich auch über einen Sprachassistenten verwenden. Manche kann man darüber sehr gut ansteuern, wie etwa die Klimaanlage oder die Telefoniefunktion. In anderen Bereichen ist die Sprachassistentin aber erstaunlich doof: Zwar kann sie die Sitzheizung auf einen Sprachbefehl hin ein- und ausschalten, nicht aber die Lenkradheizung oder den Nackenwärmer. Er blies mir warme Luft in den Nacken, was bei Minusgraden sicherlich angenehm ist – bei Temperaturen von um die 4 Grad war mir die warme Luft aber zu viel des Guten.

Software mit einigen Bugs

Bei der Software sind mir nicht nur die etwas begriffsstutzige Sprachassistentin und die Lags bei der Benutzung einiger Buttons negativ aufgefallen. Einmal war das Head-up-Display komplett abgeschaltet, obwohl ich nichts dergleichen eingestellt hatte. In einem anderen Fall wurden mir Inhalte auf dem Fahrdisplay nicht angezeigt.

Android Auto ist zwischendrin ein-, zweimal ausgefallen. In einem besonders kuriosen Fall waren die Buttons auf dem Keyfob vertauscht: Beim Laden ließ sich der Wagen nur durch Drücken des Schließen-Buttons öffnen. Alle Bugs waren nach einem Neustart des Fahrzeugs verschwunden, bei einem derart teuren Auto sollte so etwas aber definitiv nicht vorkommen.

Der No. 8 hat in der von mir getesteten Long-Range-Version einen Nickel-Mangan-Cobalt-Akku mit einer hohen Kapazität von 97,2 kWh. Dessen Reichweite ist im Winter wie bei allen Elektroautos niedriger als im Sommer – und liegt damit unter den offiziellen Angaben des Herstellers. Dank eines überraschend guten Verbrauchs bin ich mit dem No. 8 aber trotzdem sehr weit gekommen.

Während meiner 700 km langen Hinfahrt war ich fast ausschließlich auf der Autobahn unterwegs und fuhr – so es erlaubt war und die Verkehrslage es hergab – bis zu 180 km/h. Die Umgebungstemperaturen lagen zwischen 8 und 11 Grad, zwischendurch stand ich zweimal kurz im Stau. Der Verbrauch lag am Zielort bei 22,5 kWh/100 km, was eine Reichweite von 432 km ergibt.

Gute Reichweite auch im Winter

Im realistischen Bereich zwischen 80 und 10 Prozent entspricht das einer Reichweite von 302 km. Zum Vergleich: Mit Kias EV6 kam ich im Sommer bei vergleichbarer Fahrweise auf einen Verbrauch von 27,4 kW/100 km, was einer Reichweite zwischen 80 und 10 Prozent von 215 km entspricht.

Dank des großen Akkus und des überraschend guten Verbrauchs kommt der No. 8 selbst im Winter merklich weiter als der Kia – wenngleich anzumerken ist, dass die Temperaturen noch nicht im Bereich um 0 Grad lagen, wo der Verbrauch noch einmal höher sein dürfte.

Die Ladeleistung liegt bei maximal 160 kW, die ich während meiner Fahrt beim Laden fast erreicht habe. Der No. 8 konditioniert den Akku automatisch vor, wenn ich eine Ladestation im Navi anfahre, und mit 150 kW Peak war ich nah an der Herstellerangabe dran.

Auf der Rückfahrt konnte ich so bei circa 7° C Außentemperatur in 33 Minuten von 15 auf 83 Prozent laden, mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 123 kW. Das halte ich angesichts der Größe des Akkus für eine vertretbare Wartezeit. DS gibt für den Bereich von 20 auf 80 Prozent 27 Minuten unter idealen Bedingungen an – da sind die sechs Minuten mehr bei insgesamt 8 Prozent mehr Ladung ein nahezu ideales Ergebnis.

Umständliche App-Einrichtung lohnt sich nicht

Der No. 8 kann wie andere Fahrzeuge von DS mit einer App verbunden werden. Die Einrichtung ist aufwendiger als etwa bei Kia und lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Kernfunktionen der Anwendung wie die Aktivierung der Klimaanlage aus der Ferne haben bei mir nicht funktioniert, ich habe die App – anders als die von Kia – nicht genutzt. Der volle Funktionsumfang steht nur mit einem Connect-Plus-Abo zur Verfügung (das ich hatte), das ab Kauf drei Jahre lang gratis ist.


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