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DS No. 7 angeschaut: Die spleenige Luxus-Alternative aus Frankreich

DS baut Elektroautos mit ungewöhnlichen Designs und viel Reichweite. Der DS No. 7 wurde komplett neu designt und setzt auf Luxus.
/ Tobias Költzsch
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Der No. 7 von DS (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der No. 7 von DS Bild: Tobias Költzsch/Golem

DS Automobiles hat den baldigen Verkaufsstart seines C-Segment-SUV DS No. 7 angekündigt. Der No. 7 ist eine komplette Neuentwicklung, die den bisherigen Verkaufsschlager DS 7 ablöst. Golem konnte sich das neue Modell vor dem Marktstart in einer statischen Vorführung genauer anschauen – aber nicht fahren. DS setzt wie beim No. 8 auf Komfort, Luxus und Reichweite, was allerdings seinen Preis hat.

Uns wurde die Top-Ausststattungsvariante La Première gezeigt, die es zeitlich begrenzt zum Marktstart gibt. Der No. 7 ist fast genauso groß wie sein Vorgänger, aber mit 4,66 m 7 cm länger. Der Radstand ist 5 cm länger und beträgt 2,79 m. Entsprechend haben Passagiere hinten eine gute Beinfreiheit. Da das Dach nicht so stark nach hinten abfällt wie beim No. 8, ist auch die Kopffreiheit besser.

Für Passagiere hinten wird es zudem etwas heller: Die hinteren Türfenster hat DS gegenüber dem DS 7 um 30 Prozent vergrößert. Das optionale Panoramadach ist um 40 Prozent größer. Auch vorn bietet der No. 7 reichlich Platz: In der Mittelkonsole, die vom No. 8 übernommen wurde, befindet sich ein großes Fach mit Deckel. Unter der Konsole ist ein weiteres Fach eingebaut, in dem sich auch zwei Becherhalter befinden. Die Ladeschale für Smartphones ist belüftet.

LED-Beleuchtung und Verzierungen aus der Uhrenherstellung

In der Mittelkonsole ist wie beim No. 8 ein LED-beleuchtetes, sternförmiges Muster verbaut. Der Gangwahlschalter und die Bedienknöpfe sind ebenfalls von DS' aktueller Oberklasselimousine übernommen – wie viele andere Details im Cockpit, etwa die Türgriffe aus Metall, in denen Lautsprecher eingebaut sind. Das gesamte Innenraumdesign ist wie beim No. 8 ungewöhnlich.

Die uns gezeigte Ausstattung hat ein Armaturenbrett, das viele Kanten aufweist und mit Nappaleder sowie guillochiertem Metall verziert ist. Die Lederapplikationen haben Ziernähte, die Verarbeitung ist durchweg sehr gut. Hartplastik findet sich erst unterhalb der Knie, das Design ist aber auch dort hochwertig, wie man an den wellenförmigen Türtaschen sehen kann.

Insgesamt kann man das Interieur des No. 7 durchaus als ungewöhnlich bezeichnen. Gleichzeitig ist das Komfortlevel aber hoch: Die Sitze haben neben der Massage eine Heizung und Lüftung, die Vordersitze haben zudem noch den Nackenwärmer, der auch im No. 8 zum Einsatz kommt.

Lenkrad mit diagonalen Streben

Auch das Lenkrad des No. 7 ist unkonventionell: Es hat wie das des No. 8 vier diagonal verbaute Streben. Was auf den ersten Blick ungewohnt erscheint, hat sich beim Test des No. 8 während der Fahrt als sehr angenehm herausgestellt: Der Daumen kann sich gut an den oberen Streben festhalten. Die Bedienung des Fahrassistenten über das Lenkrad erfolgt wie beim No. 8.

Der No. 7 hat ebenfalls einen Fahrassistenten mit halb-automatischem Spurwechsel, der neue Tempolimits erkennt und diese per Klick einstellen lässt. Außerdem ist das Fahrzeug wie der No. 8 mit Infrarot-Nachtsicht und auch mit einem Head-up-Display erhältlich. Das Infotainmentsystem entspricht auf den ersten Blick dem des No. 8 und enthält unter anderem ein Navi mit Ladeplanung und konfigurierbare Ansichten für Fahrdisplay und den zentralen 16-Zoll-Bildschirm.

Das ungewöhnliche Design erstreckt sich auch auf die Karosserie. Der No. 7 hat einen LED-beleuchteten Kühlergrill, der – anders als bei manchen Herstellern – gut zum restlichen Design des Fahrzeugs passt. Die Tagfahrlichter sind in schmalen Schlitzen verbaut, die wie Zacken aus der Karosserie ragen. Auch die Hecklichter ragen recht deutlich aus der Karosserie heraus, was wir interessant finden. DS zufolge hat diese Konstruktion zudem aerodynamische Vorteile.

Design vorn und hinten spannend, von der Seite durchschnittlich

Die kantigen Merkmale an Front und Heck führen dazu, dass der SUV von vorn und hinten wesentlich spannender aussieht als von der Seite. Die Seitenansicht ist eher durchschnittlich; von der Motorhaube zieht sich eine Linie die Türen entlang, ansonsten ist die Karosserie an der Seite eher unspektakulär.

Von vorn hat der No. 7 aufgrund der schmalen Matrix-LED-Scheinwerfer und der Tageslicht-Zacken einen aggressiven Look. Die Scheinwerfer können wie beim No. 8 automatisch die Teile der Straße abblenden, auf denen andere Autos fahren. Über die Frontkamera sollen Unebenheiten auf der Straße erkannt werden, die adaptive Federung soll diese dann automatisch ausgleichen.

Das Heck ist tropfenförmig, was in einem für einen SUV ordentlichen cW-Wert von 0,26 resultiert. Dieser soll zur guten Reichweite beitragen: In der reichweitenstärksten Konfiguration mit 180 kW Motorleistung, Frontantrieb und 97,2-kWh-Akku soll der No. 7 auf eine WLTP-Reichweite von 740 km kommen. DS zufolge hat das Fahrzeug die 760 km lange Strecke zwischen Paris und Montpellier auf der Autobahn mit 120 Kilometern pro Stunde und nur einem Ladestopp bewältigen können.

Da wir den No. 7 noch nicht fahren konnten, können wir keine Aussagen zur Reichweite (oder auch dem Fahrverhalten) machen. Im Test des No. 8 allerdings zeigte sich, dass DS seinen Fahrzeugen in der Tat eine gute Reichweite verpassen kann. Die Ladeleistung beim No. 7 ist mit 160 kW angesichts der möglichen Batteriegröße allerdings eher gering.

In 27 Minuten auf 80 Prozent laden

Dem Hersteller zufolge soll sich das Fahrzeug auf 400-Volt-Basis dennoch in 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lassen. Das wird durch eine bis 55 Prozent stabile Ladekurve erreicht, bei der der No. 7 mit 160 kW laden soll. Erst danach wird die Ladeleistung reduziert. Beim Laden bis 55 Prozent soll das Fahrzeug in zehn Minuten 200 km Reichweite gewinnen.

Der Kofferraum des No. 7 ist mit 560 Litern recht groß. Die bequemen Rücksitze lassen sich zu einer geraden Fläche umklappen – manuell, was den Eindruck von Luxus und Premium ein wenig trübt. Der Boden des Kofferraums kann angehoben werden und bietet Stauraum für Kleinkram, wie etwa das Typ-2-Ladekabel.

Was den Anspruch auf hochwertiges Design ebenfalls ein wenig trübt, ist der Heckscheibenwischer. So froh wir sind, dass der No. 7 einen solchen hat: Er ist etwas lieblos im unteren Bereich des Heckfensters eingebaut. Der No. 7 hat einen Heckspoiler, unter dem man den Wischer hätte verstecken können – so macht es etwa Kia bei seinen SUVs wie dem EV 3.

Fazit

Der No. 7(öffnet im neuen Fenster) ist optisch und von der Ausstattung her eine gute Ablösung des bisherigen DS 7 – dem ersten Elektroauto von DS. Das Design steht in der Tradition von DS als ehemalige Oberklassemarke von Citroën und verfügt über reichlich ungewöhnliche und interessante Elemente. Das ist möglicherweise nicht für jeden Geschmack, wie bei den Citroën-Modellen DS oder CX werden sich aber sicher auch für den No. 7 Interessierte finden.

Günstig ist der No. 7 nicht: Die günstigste Version mit 169 kW und 73,7-kWh-Akku samt Reichweite von 543 km kostet in der Einstiegsausstattung Pallas 56.300 Euro. In der besseren Etoile-Ausstattung werden 62.650 Euro fällig, in der uns gezeigten Version La Premiere mit Vollausstattung ohne Panoramadach 68.150 Euro.

Die Version mit der größten Reichweite, Frontantrieb mit 180 kW und 97,2-kWh-Batterie, kostet in den verschiedenen Ausstattungen jeweils 61.700, 68.950 und 74.450 Euro. Die leistungsstärkste Variante AWD Long Range mit großem Akku und 257 kW Leistung mit Allradantrieb kostet jeweils 66.600, 72.950 und 78.450 Euro. Der Verkauf soll noch im Mai 2026 starten.


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