Abo
  • IT-Karriere:

Drosselung: Telekom gibt nach - ein bisschen

Die Telekom reagiert auf die Kritik an ihrem neuen Gebührenmodell und erhöht die Geschwindigkeit gedrosselter Anschlüsse von 384 KBit/s auf 2 MBit/s. An der grundsätzlichen Strategie ändert sich nichts.

Artikel veröffentlicht am ,
Telekom-Chef René Obermann
Telekom-Chef René Obermann (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Ab 2016 will die Telekom Vielnutzer ihrer Internetanschlüsse stärker zur Kasse bitten und bei Überschreiten bestimmter Datenvolumen die Geschwindigkeit drosseln. Während Normalnutzer ab 2016 weniger bezahlen sollen, will die Telekom von Vielnutzern mehr Geld. Angesicht der heftigen Kritik ändert die Telekom nun ihre Pläne in einem wesentlichen Detail.

Stellenmarkt
  1. Versicherungskammer Bayern, München
  2. Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, Hannover

Nutzer, bei denen die Drosselung greift, sollen 2 MBit/s statt 384 KBit/s nutzen können. Der Wert liege über der Mindestgeschwindigkeit, die die Bundesregierung in ihrer Breitbandstrategie fordere, so die Telekom. Die Geschwindigkeit reiche aus, um Videos in SD-Auflösung zu übertragen.

Echte Flatrates werden teurer

Mit der Änderung gehe das Unternehmen auf die größte Sorge der Kunden ein, sagt Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. Die Änderung gilt auch für Drosselungsverträge, die seit Anfang Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Neben den Drosselungstarifen soll es auch weiterhin echte Flatrate-Tarife geben, die aber teurer sein werden als bisher. Normalnutzer mit Drosselungstarifen sollen weniger zahlen. Zu konkreten Preisen wollte sich Hagspihl allerdings nicht äußern. Erst kurz vor 2016 sollen Preise festgelegt und kommuniziert werden. Inklusivvolumen und Drosselungsgeschwindigkeit will die Telekom flexibel handhaben und der Marktentwicklung anpassen.

Keine Strategieänderung bei Netzneutralität

An der eigentlichen Strategie, die eigenen Angebote stärker zu differenzieren, hält die Telekom aber ausdrücklich fest. Auch in Sachen Netzneutralität gibt es keine Strategieänderung. Die Telekom hält trotz der Kritik daran fest, bestimmte Dienste als "Managed Services" bevorzugt zu behandeln. Hagspihl nennt hier Telemedizin oder Videokonferenzen als Beispiel.

Auch Entertain soll weiterhin von der Drosselung ausgenommen werden. Dabei handle es sich um eine lineare Fernsehplattform, nicht um einen Internetdienst. Wie mit dem Video-on-Demand-Dienst Videoload verfahren werden soll, der sowohl über Entertain als auch als normaler Internetdienst angeboten wird, lässt die Telekom weiterhin offen.

Die Telekom kündigte am 22. April 2013 an, ihre Flatrate-Produkte nicht mehr für Neukunden anzubieten und ab 2016 die Drosselung umzusetzen. Später wurde bekannt, dass die Beschränkung auch Bestandskunden bei einem Vertragswechsel trifft.

Ursprüngliche Pläne

Ursprünglich war geplant, dass bei Anschlüssen bis 16 MBit/s bei mehr als 75 GByte Traffic im Monat auf 384 KBit/s gedrosselt wird, bei VDSL-Anschlüssen mit 25 oder 50 MBit/s soll ab 200 GByte pro Monat gedrosselt werden. Glasfaseranschlüsse mit 100 MBit/s werden ab 300 GByte gedrosselt, bei 200 MBit/s gilt dies ab 400 GByte.

Sobald die Drosselung technisch umgesetzt ist, müssen Kunden für die volle Bandbreite zusätzlich zahlen. Allerdings hatte die Telekom auch in Aussicht gestellt, dass Anbieter von Internetinhalten gegen eine Zahlung an die Telekom ihre Inhalte von der Drosselung ausnehmen können. Dadurch sehen Kritiker die Netzneutralität eingeschränkt, zumal das IPTV-Angebot Telekom Entertain ebenfalls von der Drosselung ausgenommen werden soll. Das würde beispielsweise bedeuten: Schaut ein Kunde einen Tatort über Entertain, funktioniert das auch bei Drosselung und wirkt sich nicht auf das Volumenkontingent aus. Schaut der gleiche Kunde den gleichen Tatort aber über die Mediathek der ARD, wird der Traffic auf sein Volumenkontingent angerechnet und gegebenenfalls gedrosselt.

Die Telekom begründet die Drosselungspläne unter anderem damit, dass 3 Prozent der Kunden mehr als 30 Prozent des Datenvolumens verursachen würden. Doch das Datenvolumen im Backbone kann für die Telekom aber keine große Rolle spielen, denn die Preise, die Provider für Traffic zahlen, liegen bei nur wenigen Cent pro GByte.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Ghost Recon Wildlands Ultimate Edition für 35,99€, The Banner Saga 3 für 9,99€, Mega...
  2. (u. a. Predator - Upgrade, Red Sparrow, Specttre, White Collar - komplette Serie)
  3. (Samsung 970 EVO PLus 1 TB für 204,90€ oder Samsung 860 EVO 1 TB für 135,90€)
  4. 99,90€ (Bestpreis!)

Youssarian 15. Jun 2013

Selbstverständlich sind die Kosten, die auf die Telekom zukommen, Gegenstand dieser...

MCCornholio 14. Jun 2013

Ach du scheiße na dann ist das Internet ja wirklich unbenutzbar.

neocron 14. Jun 2013

genau so wie du, und die anderen, oder? weshalb sollte ich auch nicht auf meiner Meinung...

Youssarian 14. Jun 2013

Doch, zumal die Telekom auf Nachfrage explizit versichert hat, dass die Zusage für 2...

xtrem 12. Jun 2013

Sollte man schon seit Jahren getan haben, aber immerhin gibt es nett Dividende. Und wo...


Folgen Sie uns
       


FX Tec Pro 1 - Hands on

Das Pro 1 von FX Tec ist ein Smartphone mit eingebauter Hardware-Tastatur. Der Slide-Mechanismus macht im ersten Kurztest von Golem.de einen sehr guten Eindruck.

FX Tec Pro 1 - Hands on Video aufrufen
SSD-Kompendium: AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick
SSD-Kompendium
AHCI, M.2, NVMe, PCIe, Sata, U.2 - ein Überblick

Heutige SSDs gibt es in allerhand Formfaktoren mit diversen Anbindungen und Protokollen, selbst der verwendete Speicher ist längst nicht mehr zwingend NAND-Flash. Wir erläutern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Solid State Drives.
Von Marc Sauter

  1. PM1733 Samsungs PCIe-Gen4-SSD macht die 8 GByte/s voll
  2. PS5018-E18 Phisons PCIe-Gen4-SSD-Controller liefert 7 GByte/s
  3. Ultrastar SN640 Western Digital bringt SSD mit 31 TByte im E1.L-Ruler-Format

Telekom Smart Speaker im Test: Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht
Telekom Smart Speaker im Test
Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht

Die Deutsche Telekom bietet derzeit den einzigen smarten Lautsprecher an, mit dem sich parallel zwei digitale Assistenten nutzen lassen. Der Magenta-Assistent lässt einiges zu wünschen übrig, aber die Parallelnutzung von Alexa funktioniert schon fast zu gut.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Smarte Lautsprecher Amazon liegt nicht nur in Deutschland vor Google
  2. Pure Discovr Schrumpfender Alexa-Lautsprecher mit Akku wird teurer
  3. Bose Portable Home Speaker Lautsprecher mit Akku, Airplay 2, Alexa und Google Assistant

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

    •  /