Wie viel zahlen DSL-Provider und Content-Anbieter?

Wir haben uns bei DSL-Anbietern umgehört und gefragt, welche Traffic-Preise sie an die Telekom zahlen. Ein großer DSL-Provider, der namentlich nicht genannt werden will, bestätigt: Die Telekom verlangt von DSL-Anbietern für 1 GByte nur "wenige Cent".

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Dies sei zwischen DSL-Providern marktüblich. Dabei verfügt der Provider über Vergleichsmöglichkeiten, denn das Unternehmen vermarktet DSL-Zugänge von mehreren Netzbetreibern.

Allerdings wird hier in großen Kontingenten abgerechnet: "Dem Provider werden nicht etwa 2 Milliarden TByte in Rechnung gestellt. Es gibt ein Komplettvolumen in Kontingentverträgen. Es gibt also keinen echten Preis, der berechnet wird, sondern eine Preisspanne, aus der sich ein theoretischer Wert für 1 GByte berechnen lässt. Wenn das festgelegte Kontingent überschritten wird, wird ein deutlich zweistelliger Preis im Cent-Bereich berechnet. Das kommt aber nicht zum Tragen."

Wie viel zahlen Content-Anbieter?

Und wie sieht es am anderen Ende aus, also dort, wo die Content-Anbieter ihre Inhalte verteilen? Wir haben uns angeschaut, welche Preise Anbieter von Content Delivery Networks von ihren großen Kunden verlangen: Dan Raburn veröffentlicht regelmäßig eine Studie, die aufzeigt, welche Preise CDN-Betreiber erheben. Demnach lagen die Preise für CDN-Traffic vor rund einem Jahr zwischen 1 und 12 US-Cent pro GByte, abhängig vor allem davon, zu welcher Mindestabnahme sich Kunden verpflichten.

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Ein Verkäufer für Traffic in Content Delivery Networks aus Deutschland bestätigt die Zahlen: "Das Pricing liegt im niedrigen einstelligen Centbereich, das gilt aber nur für sehr große Contentanbieter. Kleinere bezahlen deutlich mehr."

Er vermutet, dass die Telekom nicht drosseln will, weil der Traffic zu teuer wird, sondern weil durch den extrem hohen Datentraffic in den Ballungszentren die Peering-Punkte im Netz volllaufen. "Das ist zu merken, wenn man Samstagabend Videos im Internet anschauen will. Hier ist der Anschluss an die Hauptverteilerpunkte das Problem. Die Punkte, an denen der Traffic im Netz der Telekom ausgetauscht wird, haben nicht die ausreichende Kapazität. Die Telekom will drosseln, um ihr eigenes Netz zu entlasten."

Dieser Theorie zufolge müsste die Telekom ihre Peering-Punkte ausbauen. Gerade die Telekom tut sich aber mit Peering hierzulande schwer. Sie ist beispielsweise nicht am größten deutschen Internetknoten DeCIX in Frankfurt am Main präsent, wo viele Provider Traffic untereinander austauschen. Geht es nach der Telekom, sollen andere Provider zahlen, wenn sie Traffic ins Telekom-Netz leiten wollen. Und wenn auch die Inhalteanbieter zahlen, sollen ihre Inhalte auch nicht gedrosselt werden.

Aber auch der Einkauf von Traffic bei der Telekom ist nicht so einfach, wie es vom Marktführer erwartet wird. Ein Provider, der bei der Telekom Traffic einkaufen will, berichtet uns, er habe sich vor über einem halben Jahr mit der Telekom über eine Netzzusammenschaltung im kleinen Rahmen geeinigt und einen Netzwerkport mit einer Kapazität von 10 GBit/s bei der Telekom bestellt. Geschaltet hat die Telekom den Port bis heute nicht. Es fehlt der Telekom eine Netzwerkkarte. Im Ausland ist die Telekom in solchen Fällen schneller, wie Golem.de erfuhr. Hier bietet sie auch deutlich geringere Trafficpreise an, als im Heimatmarkt.

Von Golem.de nach den Trafficpreisen gefragt, rückt Telekom-Sprecher Blank von der bisherigen Argumentation ab.

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 Drosselung: Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?Der Traffic ist nicht das Problem 
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PeterBraum 12. Mär 2014

Natürlich kostet Netzausbau Geld und diesen finanziert eben die Telekom durch...

Anonymer Nutzer 13. Okt 2013

Von mir gibt es nicht einmal ein Tschüss. Genauso wenig wie ein "Hallo"! :-) Wenn es...

Atalanttore 15. Jun 2013

Leider sind die anderen Anbieter auch nicht besser.

Anonymer Nutzer 05. Jun 2013

Sorry, aber das eigentliche Problem erwähnt hier kaum jemand: Die Netzneutralität. Es...



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