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Drohnenvorfall in Leipzig: Ukrainisches Flugzeug soll Munition geladen haben

Der Flughafen Leipzig/Halle ist möglicherweise nur knapp einer Katastrophe entgangen. Eine zweite Drohne könnte mit einem Flugzeug kollidiert sein.
/ Friedhelm Greis
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Die ukrainische Antonov sollte offenbar Munition transportieren. (Bild: Jens Schlüter/Getty Images)
Die ukrainische Antonov sollte offenbar Munition transportieren. Bild: Jens Schlüter/Getty Images

Der mutmaßliche Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle hat möglicherweise einem Munitionstransport gegolten. Einem Bericht von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zufolge(öffnet im neuen Fenster) war eines der ukrainischen Antonov-Frachtflugzeuge, neben der die Sprengstoffdrohne gefunden wurde, mit militärischer Munition beladen. Demnach war die Ladung kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig gebracht worden und sollte von dort weitertransportiert werden.

Die Drohne war in der Nacht vom 4. zum 5. August 2026 entdeckt worden. Die Polizei bestätigte, dass es sich bei der Ladung um Sprengstoff vom Typ Semtex und PETN handelte. Daran war auch ein Zünder angebracht. Die Bundespolizei zerstörte demnach die Ladung durch eine "geordnete Sprengung".

Drohne mehrere Stunden auf dem Flughafen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Vorfall in einem Pressestatement(öffnet im neuen Fenster) als "hybrides Anschlagsszenario" und sagte weiter: "Wir müssen von einem sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorgang ausgehen." Drohnen-Sichtungen kenne man bereits, aber dass eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne im Bereich eines Flughafens entdeckt werde, sei eine neue Gefahrenqualität. Der Vorfall deute "nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin".

Dem Medienbericht zufolge konnten die Ermittler inzwischen Aufnahmen von Überwachungskameras am Flughafen auswerten. Dies soll ergeben haben, dass die Drohne offenbar bereits um 19:28 Uhr aus dem südlichen Bereich in den Flughafen eingeflogen und anschließend auf dem Vorfeld gelandet war.

Mögliche zweite Drohne aktiv

Auf den Videoaufnahmen sei jedoch kein erneuter Aufstieg der Drohne zu sehen gewesen. Gegen 23:42 Uhr habe ein Flughafenmitarbeiter die Drohne bemerkt, als sie zwischen den Antonov-Flugzeugen schwebte. Daraufhin ist es laut Polizeibericht zu "einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter" gekommen. Die Drohne habe anschließend auf dem Boden gelegen.

Zwar soll der Flughafen über ein System zur Drohnenabwehr verfügen, das habe die Drohne jedoch nicht entdeckt.

Unklar ist weiterhin, ob eine zweite Drohne am Flughafen unterwegs war. Eine DHL-Maschine, die wegen des Vorfalls umgeleitet wurde und durchstarten musste, kollidierte dabei mit einem unbemannten Flugobjekt. "Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit(öffnet im neuen Fenster).

Dem Medienbericht zufolge kann inzwischen ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Vogelschlag handelte. Bei der Kollision soll ein Leitwerk des Flugzeugs beschädigt worden sein.

Update vom 7. August 2026

Maret Montavon, Leiterin für Kommunikation und Politikbeziehungen bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, erklärte gegenüber der Leipziger Volkszeitung, dass die in den Vorfall verwickelten Antonov-Flugzeuge keine Munition geladen hatten. "Die betreffenden Antonow-Flugzeuge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls leer und damit ohne Fracht", so Montavon.


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