Drohnenlieferungen: Hessischer Drohnenhersteller Wingcopter baut aus

Wingcopter bereitet nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde eine neue vor. In den USA wird an der Zertifizierung der Lieferdrohne gearbeitet.

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Lieferdrohne Wingcopter im Schwebeflug: seit 2018 in Malawi im Einsatz
Lieferdrohne Wingcopter im Schwebeflug: seit 2018 in Malawi im Einsatz (Bild: Wingcopter)

Wingcopter wächst: Der Drohnenhersteller aus Hessen hat kürzlich einen zweistelligen Millionenbetrag in einer Finanzierungsrunde gesammelt. In den USA läuft die Zertifizierung der Transportdrohnen.

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Die Drohne des in Weiterstadt bei Darmstadt ansässigen Unternehmens Wingcopter ist eine Mischung aus Helikopter- und Tragflächendrohne. Sie hat Flügel und als Antrieb vier schwenkbare Propeller. Zum senkrechten Starten und Landen arbeiten sie wie Rotoren. Für den Flug werden sie geschwenkt, so dass sie als Propeller für Vortrieb sorgen.

Der Wingcopter hat nach Herstellerangaben eine Reichweite von 75 bis 110 Kilometern und fliegt mit maximal 145 km/h. Er kann eine Nutzlast von maximal sechs Kilogramm transportieren. Eine Besonderheit ist, dass der Wingcopter mit drei Paketen beladen werden kann, die er einzeln absetzen kann.

Wingcopter liefert Medikamente aus

Konzipiert ist der Wingcopter für den Transport von Medikamenten. Dafür wird er seit 2018 im südostafrikanischen Staat Malawi eingesetzt. Als die schottische Insel Mull sich im Frühjahr 2020 im ersten Lockdown abgeschottete, brachten Wingcopter Schutzausrüstung für Krankenhauspersonal und Coronatests zum Krankenhaus auf der Insel.

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In Afrika will das Unternehmen Continental Drones ein Liefernetz in 49 Staaten südlich der Sahara aufbauen. Dafür sollen die Hessen in den nächsten fünf Jahren 12.000 Wingcopter 198 liefern. Eine entsprechende Vereinbarung haben die beiden Unternehmen im Frühjahr unterzeichnet.

In den USA will das Unternehmen Spright ebenfalls ein Liefernetz mit Wingcoptern aufbauen. Spright will mit den Drohnen Medikamente, Laborproben, Impfstoffe und weitere medizinische Produkte in entlegene Gegenden der USA bringen. Der Auftrag für Wingcopter hat ein Volumen von mehr als 16 Millionen US-Dollar.

DJI Mini 3 Pro

Die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) habe das Konzept abgenommen und im Mai die Kriterien für die Lufttüchtigkeit des Wingcopters definiert, sagte Wingcopter-Gründer und -Chef Tom Plümmer der Wirtschaftszeitung Handelsblatt (Paywall). Das sei ein großer Schritt im Rahmen der Zertifizierung eines unbemannten Fluggeräts für den kommerziellen Betrieb in den USA. Auch in Europa und in Japan seien die Behörden sehr kooperativ.

Bei Investoren ist das Unternehmen aus Weiterstadt derzeit beliebt: In einer Finanzierungsrunde im Juni kamen 42 Millionen Euro zusammen. "Wir mussten in der letzten Finanzierungsrunde einigen interessierten Investoren sagen, dass alle Plätze für diese Runde vergeben sind", sagte Plümmer dem Handelsblatt.

Das Unternehmen plant jetzt eine weitere Finanzierungsrunde. Das Geld will Wingcopter unter anderem für den Bau neuer Fertigungskapazitäten nutzen. Die sollen zunächst in Hessen entstehen, aber möglicherweise auch auf anderen Kontinenten.

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