Drohnenhersteller: Quantum Systems peilt Börsengang an
Der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems bereitet sich Berichten zufolge auf einen Börsengang im Jahr 2027 vor. Laut Manager Magazin(öffnet im neuen Fenster) soll die US-Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt sein, eine Pre-IPO-Finanzierungsrunde mit einem geplanten Volumen von 400 bis 600 Millionen Euro zu organisieren. Offiziell bestätigt ist nichts: Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Finanzierungsrunden nicht zu kommentieren.
Durch die Pre-IPO-Runde soll die Bewertung von derzeit drei Milliarden Euro auf bis zu sechs Milliarden Euro steigen. Dem Bericht zufolge könnte die Marktkapitalisierung beim eigentlichen Börsengang sogar die Marke von zehn Milliarden Euro erreichen.
Vom Unicorn zur milliardenschweren Rüstungsplattform
Quantum Systems wurde 2015 von Florian Seibel gegründet, einem ehemaligen Bundeswehrpiloten und Luft- und Raumfahrtforscher. Das Unternehmen entwickelt militärische Aufklärungsdrohnen, vor allem den Typ Vector, der seit 2022 in der Ukraine im Einsatz ist. Im Mai 2025 erreichte Quantum Systems mit einer Series-C-Runde über 160 Millionen Euro den Unicorn-Status(öffnet im neuen Fenster) . Nur sechs Monate später verdreifachte sich die Bewertung(öffnet im neuen Fenster) .
Zu den Investoren zählen(öffnet im neuen Fenster) Peter Thiel, Porsche SE, Hensoldt und Airbus Defence and Space. Der Umsatz soll 2025 zwischen 200 und 300 Millionen Euro gelegen haben, für 2026 werden mehr als 500 Millionen Euro erwartet. Rund 95 Prozent der Einnahmen stammen aus dem militärischen Bereich. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitarbeiter.
Ende 2025 sicherte sich Quantum Systems mehrere Großaufträge der Bundeswehr: einen Vertrag über rund 210 Millionen Euro für 520 Falke-Aufklärungssysteme sowie einen Rahmenvertrag für bis zu 747 Twister-Drohnen im Wert von 85 Millionen Euro. Die Systeme sollen das ältere Aladin-System ablösen(öffnet im neuen Fenster) und gelten als einer der wesentlichen Treiber der gestiegenen Bewertung.
Mehrere Aufträge erhalten
Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 ein Fremdfinanzierungspaket über 150 Millionen Euro – unter Beteiligung der Europäischen Investitionsbank, der Commerzbank, der Deutschen Bank und der KfW. Das Paket soll die weitere Skalierung ermöglichen(öffnet im neuen Fenster) . CFO Jonas Jarosch hatte bereits im November 2025 in der Financial Times eingeräumt, ein Börsengang sei neben einem privaten Verkauf eine von zwei möglichen Optionen.
Quantum Systems ist nicht das einzige europäische Rüstungsunternehmen, das derzeit einen Börsengang erwägt. Auch KNDS(öffnet im neuen Fenster) , der Hersteller des Leopard-2-Panzers, plant für Mitte 2026 eine Doppelnotierung in Frankfurt und Paris, bei einer geschätzten Bewertung von 20 Milliarden Euro. Das Marktumfeld für europäische Rüstungsunternehmen gilt derzeit als ungewöhnlich günstig, nicht zuletzt weil mehrere große institutionelle Anleger ihre bisherigen Ausschlüsse für Rüstungsinvestments überdenken.
Ob der Börsengang tatsächlich kommt, ist noch offen. Laut Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) müssen zunächst die ambitionierten Umsatzziele geliefert werden.
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