Drohnenfirma: Zano stürzt trotz 3,3 Millionen Euro von Kickstarter ab

Viele Kickstarter-Projekte liefern später als geplant, aber Unterstützer der Drohne Zano haben jetzt das Nachsehen, obwohl sie dem Unternehmen Torquing Group insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben. Das Geld ist weg.

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Kleindrohne Zano
Kleindrohne Zano (Bild: Torquing)

Jedes Crowdfunding-Projekt steht und fällt mit den Personen dahinter und der Realisierbarkeit ihrer Idee. Warnhinweise bei Kickstarter und Indiegogo weisen potenzielle Unterstützer darauf hin, dass sie nichts bestellen, sondern lediglich investieren, was auch zu einem Totalverlust führen kann.

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Das ist eigentlich recht selten, doch ausgerechnet bei dem Drohnenprojekt Zano ist das nun der Fall. 3,3 Millionen Euro, die Investoren in das Projekt steckten, sind nun weg, eine funktionsfähige Drohne wird aber nicht ausgeliefert. Zano war die finanziell erfolgreichste Kickstarter-Kampagne in Europa.

  • Der Mini-Quadrocopter Zano soll Fotos und Videos im Flug aufnehmen. (Foto: Torquing)
  • Gesteuert wird das UAV per Smartphone - über Schaltflächen oder indem das Gerät gekippt wird. (Foto: Torquing)
  • Es gibt Zano in Schwarz ... (Foto: Torquing)
  • ... und Weiß. (Foto: Torquing)
  • Transportiet wird das Fluggerät in einer speziellen Box. (Foto: Torquing)
Der Mini-Quadrocopter Zano soll Fotos und Videos im Flug aufnehmen. (Foto: Torquing)

Im Januar 2015 schaffte es die Torquing Group, auf Kickstarter für die Entwicklung und den Bau des kleinen Quadcopter Zano 3,4 Millionen US-Dollar einzusammeln. Ab 200 Euro sollte eines der kleinen Fluggeräte kosten, die HD-Video aufnehmen und mit dem Smartphone gesteuert werden sollten.

600 Stück wurden dann tatsächlich an Unterstützer ausgeliefert, doch sie funktionierten nicht wie beschrieben. Sie konnten kaum fliegen. Das störte natürlich diejenigen, die mindestens 200 Euro ausgegeben hatten.

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Zano war ein 6,5 x 6,5 cm großer und 70 Gramm schwerer Quadrocopter mit einer HD-Kamera, die Fotos und Videos mit einer Auflösung von 5 Megapixeln aufzeichnet. Das Fluggerät soll dem Besitzer während der Aufnahme auch folgen. Diese Fähigkeit besitzen auch andere Drohnen.

Die Flugzeit mit einer Akkuladung sollte etwa 5 bis 10 Minuten betragen, die Reichweite 15 bis 30 Meter. Damit Zano auch bei wenig Licht Aufnahmen machen kann, gab es eine Matrix aus 8 x 8 Leuchtdioden (LED), die weiß oder farbig leuchten und als Blitz- oder Videolicht dienen sollten.

Die Probleme bei der Entwicklung wurden offenbar lange verschwiegen. Im August besichtigt ein Reporter der BBC den Hersteller, der eigentlich schon im Juli ausliefern wollte. Die Drohne funktionierte aber noch nicht. Die Drohne konnte sich nur einige Minuten in der Luft halten, stieß an Wände und lieferte nur sehr schlechte Videoaufnahmen, so Rory Cellan-Jones.

Im November 2015 trat der leitende Ingenieur und Chef des Unternehmens wegen "persönlicher Gründe und unüberbrückbarer Differenzen" zurück. Mitte November 2015 kündigte Torquing dann an, dass die Insolvenz bevorsteht. Es ist in solchen Fällen unrealistisch, dass die Investoren ihr Geld vollständig zurückbekommen. Zunächst müssen Steuern, Abgaben und die Gehälter der Angestellten sowie Kredite beglichen werden. Investoren stehen ganz am Ende dieser Kette.

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tangonuevo 20. Nov 2015

Hier ist dein Grundproblem, Crowdfunding zu verstehen. Der hohe Gewinn bei vielen...

Oktavian 20. Nov 2015

Meine stille Hoffnung ist, dass der Planer selber erkennt, dass das nicht funktionieren...

Anonymer Nutzer 20. Nov 2015

Also ja je kleiner und leichter desto mehr reagiert sie auf Wind. In der Größe der Zano...

tangonuevo 20. Nov 2015

Hast du dafür ne Quelle? Ich kann nur aus anekdotischen Beispielen (die 78 Projekte, die...

Anonymer Nutzer 20. Nov 2015

Dachte ich auch gerade. Das würde jeder halbwegs ambitionierte Hobby-Bastler in wenigen...



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