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Drohnenangriff: Ausbildungszentrum des AKW Saporischschja beschädigt

Erneuter Drohnenvorfall am AKW Saporischschja. Die IAEA fordert angesichts ähnlicher Fälle an anderen Standorten ein Ende der Überflüge.
/ Przemyslaw Szymanski
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Das Atomkraftwerk Saporischschja ist im Ukraine-Krieg immer wieder Ziel von Drohnenangriffen. (Bild: Carl Court/Getty Images)
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist im Ukraine-Krieg immer wieder Ziel von Drohnenangriffen. Bild: Carl Court/Getty Images

Am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hat sich am Morgen des 21. Mai 2025 ein weiterer besorgniserregender Zwischenfall ereignet. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , wurden am Morgen des 21. Mai 2025 Schüsse in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks registriert.

Kurz darauf schlug eine Drohne auf dem Dach des nahegelegenen Schulungszentrums ein. Das Gebäude, das sich außerhalb des eigentlichen Geländes des leistungsstärksten Kernkraftwerks in Europa befindet, wurde dabei beschädigt. Personen kamen laut Angaben der IAEA nicht zu Schaden.

Es war bereits der dritte derartige Vorfall in diesem Jahr: Bereits im Januar war das Schulungszentrum Ziel eines Drohnenangriffs, im April stürzte eine abgeschossene Drohne in unmittelbarer Nähe ab. Noch ist unklar, ob die Drohne am 21. Mai gezielt auf das Gebäude gesteuert wurde oder durch Beschuss außer Kontrolle geriet und abstürzte.

Weitere Anlagen von Drohnenangriffen betroffen

Das Atomkraftwerk Saporischschja ist dabei keineswegs die einzige nukleare Anlage in der Ukraine, über der solche Drohnenflüge beobachtet wurden. Laut Angaben der IAEA wurden bei den aktiven Kernkraftwerken Chmelnyzkyi und Riwne ebenfalls regelmäßig Drohnen gesichtet.

Im Februar 2025 kam es zu einem noch ernsteren Zwischenfall , als eine Drohne den sogenannten Neuen Sicheren Einschluss (NSC) des stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl in der Nordukraine beschädigte.

Der NSC wurde errichtet, nachdem der Reaktorblock 4 des AKW Tschernobyl 1986 kollabiert war und dabei große Mengen Radioaktivität freigesetzt worden waren. Die neue Schutzhülle, die 2019 eingeweiht wurde, sollte eigentlich die Sicherheit des Standorts für die kommenden Jahrzehnte gewährleisten.

IAEA-Chef verurteilt Drohnenflüge

Angesichts dieser wiederholten Vorfälle verurteilte Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), militärische Drohnenflüge über dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine scharf.

"Diese gemeldeten Drohnenvorfälle sind sehr besorgniserregend, da sie eine direkte Bedrohung für die nukleare Sicherheit darstellen könnten. Um es einfach auszudrücken: Es gibt zu viele Drohnen, die in der Nähe von Nuklearanlagen fliegen, nicht nur in der Nähe des Kernkraftwerks Saporischschja [...]" , so Grossi. Das müsse sofort aufhören.


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