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Drohnenabwehr: Wenn eine Kette reicht

Forscher am KIT bekämpfen Drohnen mit einem uralten Wurfprinzip – und kommen damit überraschend weit.
/ Andreas Donath
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Gezielt abgefeuerte dünne Ketten können Flugdrohnen zum Absturz bringen. (Bild: Markus Breig, KIT)
Gezielt abgefeuerte dünne Ketten können Flugdrohnen zum Absturz bringen. Bild: Markus Breig, KIT

Drohnen sind längst kein Nischenthema mehr. An Flughäfen, über Industrieanlagen und in militärischen Zonen häufen sich Berichte über unerwünschte Fluggeräte. Herkömmliche Abwehrsysteme stoßen dabei schnell an Grenzen: zu teuer, zu komplex, zu unhandlich. Eine Forschungsgruppe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat nun einen anderen Weg eingeschlagen(öffnet im neuen Fenster).

Das Prinzip klingt denkbar einfach. Dünne Metallketten werden mit einer Abschussvorrichtung gezielt auf eine anfliegende Drohne gefeuert. Beim Kontakt umschlingen sie den Drohnenkörper und die Rotoren und blockieren deren Bewegung. Die Folge: Das Gerät stürzt ab. Professor Claus Mattheck, KIT Distinguished Senior Fellow am Institut für Angewandte Materialien, beschreibt das Konzept als Weiterentwicklung des südamerikanischen Wurfinstruments Bola(öffnet im neuen Fenster). Statt Kugeln an Seilen kommen Ketten zum Einsatz, die sich in Simulationen als wirkungsvoller erwiesen.

Simulationen mit Ketten zwischen drei und vier Millimetern Durchmesser

Ein externes Ingenieurbüro untersuchte das Verhalten der Ketten beim Aufprall auf Modell-Drohnen rechnerisch. Dabei flossen Parameter wie Reibung, Geometrie und Bewegungsabläufe in die Berechnungen ein. Die Simulationen bestätigten die grundsätzliche Tauglichkeit des Ansatzes. Erste Schussversuche fanden im Ballistikzentrum Sternenfels(öffnet im neuen Fenster) statt und lieferten ebenfalls ermutigende Ergebnisse.

Ein Aspekt, den die Forschenden dabei hervorheben: Ketten sind als Geschoss weniger gefährlich für die Umgebung als kompakte Projektile gleicher Masse. Beim Herabfallen verteilt sich die Energie anders, was das Risiko von Kollateralschäden verringern soll. Für den Einsatz in dicht besiedelten oder belebten Bereichen könnte das ein relevanter Faktor sein.

Das Konzept funktioniert bislang nur aus kurzer Distanz

Das Verfahren zielt auf den Nahbereich ab. Für große Distanzen oder schnell manövrierende Drohnen ist der Ansatz in seiner jetzigen Form nicht ausgelegt. Auch die Treffsicherheit unter realen Bedingungen muss noch breiter erprobt werden. Die Forscher wollen die Feldversuche im nächsten Schritt ausweiten. Erst wenn diese erfolgreich verlaufen, könnte eine industrielle Umsetzung folgen.


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