Drohnenabwehr: Verfassungsschutz warnt eindringlich vor Spionagedrohnen
Ein neu erschienenes Informationsblatt(öffnet im neuen Fenster) des Bundesamtes für Verfassungsschutz soll deutschen Unternehmen Hilfestellung bei Drohnensichtungen geben. Das Amt warnt, dass Drohnen immer häufiger für Spionage und Sabotage eingesetzt werden.
Weil die Fähigkeiten der Drohnen immer weiter zunehmen würden und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Technik steige, muss davon ausgegangen werden, dass Vorfälle mit Drohnen immer häufiger vorkommen werden.
Neben dem Ausspionieren von militärischen Objekten und kritischer Infrastruktur dürften dabei auch Industriebetriebe in den Fokus rücken. Entdecken Beschäftige oder Sicherheitsbeauftragte solcher Unternehmen entsprechende Spionagedrohnen, empfiehlt der Verfassungsschutz, Fenster zu schließen und Jalousien und Vorhänge zuzuziehen.
Verfassungsschutz will selbst aktiv werden
Außerdem sollten Whiteboards verdeckt und Computerbildschirme ausgeschaltet, Dokumente weggeräumt werden. Ebenfalls steht in der Empfehlung, WLAN- und Bluetooth-Verbindungen zu deaktivieren.
Gleichzeitig sollte die Drohne fotografiert oder gefilmt werden, um eine Verfolgung oder Zuordnung zu erleichtern. Für eine Abwehr der Drohne möchte der Verfassungsschutz in Zukunft auch selbst sorgen.
Dafür sollen die Mitarbeiter des Dienstes neue Befugnisse bekommen und nicht mehr rein auf Beobachtung und Informationsbeschaffung setzen. Stattdessen soll der Verfassungsschutz ähnlich agieren können wie andere Geheimdienste auch, erklärte der Leiter des Bundesamtes, Sinan Selen, kürzlich in der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).
Aber auch dann bleibt das Problem bestehen, dass ein Abfangen von Drohnen in vielen Fällen gar nicht möglich ist. Zumindest riskiert man beim Abschuss, in welcher Form auch immer, über Industrieanlagen, in Gewerbe- oder Wohngebieten bei einem Absturz Schäden am Boden oder Verletzungen unbeteiligter Personen.
Mit den konkreten Verhaltensempfehlungen hofft der Dienst, Unternehmen und deren Beschäftigte zu sensibilisieren, damit Drohnen und im besten Fall auch die Piloten dazu häufiger entdeckt werden.
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