Drohnen im Polizeieinsatz: Polizei entwaffnet Verdächtigen mit Magnetdrohne
Das Sacramento County Sheriff's Office in Kalifornien hat ein Werbevideo veröffentlicht, das laut eigenen Angaben den bundesweit ersten Einsatz einer Drohne zur Entwaffnung einer Person zeigen soll. Das berichtet Ars Technica(öffnet im neuen Fenster). In dem auf Facebook(öffnet im neuen Fenster) und Instagram(öffnet im neuen Fenster) geteilten Clip ist zu sehen, wie ein kleiner Quadcopter mithilfe eines an einem Kabel hängenden Magneten ein Messer aus der Hand eines regungslosen Verdächtigen entfernt.
Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang Juni 2026. Laut Angaben der Behörde handelte es sich um einen vorbestraften Kriminellen auf Bewährung, der zuvor mit einer Schusswaffe gesehen worden war und nicht auf Verhandlungsführer reagierte. Ein Sondereinsatzkommando hatte das Wohnhaus des Verdächtigen umstellt.
Eine erste Aufklärungsdrohne lokalisierte den Mann in einer Garage. Er lag bäuchlings auf einem Stuhl oder Sofa und hielt ein Messer in einem ausgestreckten Arm. Ein zweiter Quadcopter wurde von einem Beamten mit einer First-Person-View-Brille gesteuert und flog in die Garage. Der hängende Magnet erfasste das Messer an der Klinge und zog es aus der Hand des Mannes. Anschließend flog die Drohne mit dem frei baumelnden Messer nach draußen. Wo sich die Schusswaffe des Mannes zu diesem Zeitpunkt befand, bleibt unklar.
Kritik an der Inszenierung
Der Leiter des Sheriff's Office, Jim Cooper, lobte die Kreativität und Präzision des Drohnenpiloten. Der Einsatz habe möglicherweise ein Leben gerettet. In einem Interview mit The Hill erklärte Cooper, dass der Verdächtige als eine erste Reaktion auf die Strafverfolgungsbehörde eine Überdosis erlitten haben könnte.
In den sozialen Medien gab es jedoch auch Kritik an der Dramatisierung des Videos, das auf Social Media mit der Filmmusik von Mission: Impossible unterlegt ist. Vic Moss, Chef der Drone Service Providers Alliance, kommentierte auf Facebook, dass der Mann im Koma gelegen habe und man ihn auch mit einem Marshmallow hätte entwaffnen können. Ein Vorfall im Oktober 2025 zeigt die Risiken bei Personen bei Bewusstsein: Damals schoss ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann eine Drohne der Behörde ab.
Ausbau der Drohnenüberwachung
Das Sheriff's Office in Sacramento nutzt Drohnen regelmäßig zur Lageaufklärung und Überwachung. Im Jahresbericht 2025 listete die Behörde 18 Drohnen auf, darunter Modelle der chinesischen Hersteller DJI und Autel sowie eine Starrflügeldrohne von Event 38. Im September 2025 genehmigte der Bezirksrat laut dem Fernsehsender KCRA 3 den Kauf von 27 weiteren Drohnen für jeweils ab 5.000 US-Dollar als Teil eines größeren Rüstungspakets.
Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation verzeichnet in ihrer Datenbank Atlas of Surveillance mehr als 1.800 US-Polizeibehörden, die Drohnen einsetzen, und warnt vor der zunehmenden Überwachung des öffentlichen und privaten Raums ohne klare Richtlinien.
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