Drohne: US-Marine will mit Fire Scout Piraten aufspüren

Die US-Marine hat ein System entwickelt, mit dem ein unbemannter Hubschrauber Piratenboote aufspüren und erkennen soll. Es soll im Sommer an Bord eines bemannten Hubschraubers getestet werden.

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Drohne Fire Scout: 3D-Bild eines Bootes mit Datenbank abgleichen
Drohne Fire Scout: 3D-Bild eines Bootes mit Datenbank abgleichen (Bild: Northrop Grumman)

Die US-Marine will künftig mit einem unbemannten Hubschrauber nach Piraten Ausschau halten. Die Drohne wird für den Einsatz eigens mit neuen Instrumenten ausgerüstet, mit deren Hilfe sie die kleinen Boote der Seeräuber erkennen soll.

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Die Drohne ist eine MQ-8 Fire Scout. Sie soll nach Angaben des Office of Naval Research (ONR), der Forschungsagentur der US-Marine, mit einem sogenannten Multi-Mode Sensor Seeker (MMSS) ausgerüstet werden.

Kameras und Laser

Der MMSS ist eine Kombination aus hochauflösenden Kameras, Infrarotsensoren und Lidar. Lidar (von Light Detection And Ranging), auch Ladar genannt (von Laser Detection And Ranging), ist ein System zur Abstandsmessung, die ähnlich dem Radar funktioniert - nur eben mit Licht statt mit Funk.

"Die Infrarotkameras und die Kameras für sichtbares Licht erzeugen 2D-Bilder. Es kann jedoch schwierig sein, darauf Objekte automatisch zu erkennen", erklärt Dean Cook, wissenschaftlicher Leiter des MMSS-Programms. Mit Hilfe der Ladar-Daten könne der automatische Zielerkennungsalgorithmus die Dimensionen eines Objekts berechnen und dieses dann mit denen in einer Datenbank vergleichen.

3D-Bilder von Booten

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Die Fire Cloud soll auf ihren Patrouillenflügen Wasserfahrzeuge aufspüren und mit dem MMSS abtasten. Der Laser sei für die Augen nicht schädlich, betont das ONR. So erstellt die Drohne ein hochaufgelöstes dreidimensionales Bild ihrer Umgebung und damit auch von Booten. In ihrem Bordcomputer ist eine Datenbank von Booten gespeichert, die von Piraten in einer bestimmten Region typischerweise genutzt werden. Die Drohne gleicht ein aufgenommenes Bild mit der Datenbank ab und alarmiert im Falle einer Übereinstimmung das Kontrollzentrum an Bord eines Schiffes.

Die Software ist laut ONR bereits getestet worden: Ein landgestütztes Erkennungssystem hat damit Schiffe auf dem Meer erfasst. Im Sommer soll das System an Bord eines bemannten Hubschraubers vor der kalifornischen Küste getestet werden. Dabei sollen dann Gruppen aus bis zu sieben Booten untersucht und identifiziert werden.

Fire Scout vor Afrika?

Wann das MMSS in einer Fire Scout zum Einsatz kommen kann, hat das ONR nicht mitgeteilt, ebenso wenig wo die Drohne eingesetzt werden soll. Denkbar wären aber die Gewässer am Horn von Afrika. Vor der somalischen Küste versuchen Kriegsschiffe der Nato und der Europäischen Union seit einigen Jahren, Handelsschiffe vor Piratenüberfällen zu schützen. Durch das Gebiet führen die viel befahrenen Schifffahrtsrouten zum Suez-Kanal sowie zu den Ölhäfen im Persischen Golf.

Die Fire Scout wurde vom US-Luft- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman entwickelt. Sie ist gut 7 Meter lang, knapp 2,9 Meter hoch und hat einen Rotordurchmesser von 8,4 Metern. Die Drohne wiegt rund 940 Kilogramm und kann eine Nutzlast von rund 270 Kilogramm transportieren. Sie fliegt etwa 200 Kilometer pro Stunde und kann bis zu einer Höhe von etwa 6.100 Metern aufsteigen. Ihre Einsatzdauer beträgt etwa 8 Stunden.

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