Drohne: F-22 Raptor steuert autonome Wingmen über Tablet
Ein F-22 Raptor-Pilot hat im Oktober 2025 erstmals eine MQ-20-Avenger-Drohne(öffnet im neuen Fenster) während eines Demonstrationsflugs über der Nevada Test and Training Range kommandiert, wie die beteiligten Unternehmen jetzt mitteilten(öffnet im neuen Fenster) . Der von General Atomics durchgeführte Test gilt als wichtiger Schritt zur Integration bemannter und unbemannter Luftfahrzeuge in gemeinsamen Einsätzen.
An der intern finanzierten Demonstration beteiligten sich General Atomics, Lockheed Martin und L3Harris Technologies. Getestet wurden Kommunikationssysteme und Steuerungsschnittstellen, die es Piloten ermöglichen sollen, autonome Fluggeräte zu managen, während sie ihre Hauptmission ausführen.
Laut C. Mark Brinkley, Sprecher von General Atomics, wurde die MQ-20 Avenger so konfiguriert, dass sie die Fähigkeiten künftiger Collaborative Combat Aircraft (CCA) simuliert. Das Unternehmen betrachtet die Drohne als Testplattform für Autonomietechnologien zukünftiger unbemannter Systeme.
Technische Integration und Kommunikation
Die Demonstration nutzte Banshee Advanced Tactical Datalinks(öffnet im neuen Fenster) von L3Harris und Pantera-Software-defined-Radios(öffnet im neuen Fenster) des gleichen Herstellers, die über Funkarchitekturen von Lockheed Martin integriert wurden. Jeweils ein Software-defined Radio (SDR) wurde in der MQ-20 und in der F-22 installiert.
Bei einem herkömmlichen Radio sind Funktionen wie Modulation, Demodulation, Filterung und Signalverarbeitung in speziellen Hardwarebausteinen fest verdrahtet. Ein SDR hingegen digitalisiert das empfangene Funksignal möglichst früh und überlässt die weitere Verarbeitung der Software.
Drohnensteuerung mit dem Tablet
Der F-22-Pilot verwendete ein Tablet-basiertes Pilot Vehicle Interface sowie das Grace-Modul des Flugzeugs zur Drohnenkommunikation. Grace (Government Reference Architecture Compute Environment) ist ein System mit offener Architektur, das die Softwareintegration in der Raptor vereinfachen soll.
Der Tablet-Ansatz stößt allerdings laut einem Bericht von The War Zone(öffnet im neuen Fenster) auf Skepsis bei Industrieexperten. Michael Atwood, Vizepräsident bei General Atomics, wies auf die Herausforderungen hin, ein Tablet zu bedienen, während man gleichzeitig einen Kampfjet fliegt und Waffensysteme steuert. John Clark, ehemaliger Leiter von Lockheed Martins Skunk Works, deutete 2024 an, dass Tablet-Schnittstellen eher als Testwerkzeuge dienen könnten, nicht als finale operative Lösung.
Zukunft der bemannten Luftkriegsführung
Die US Air Force will die F-22 als Zwischenschritt für das Collaborative Combat Aircraft(öffnet im neuen Fenster) einsetzen. Ein Bericht an den Kongress vom Oktober 2025 deutet an, dass die Drohnensteuerungsfähigkeiten möglicherweise auf die F-16, F-35A, F-15E und F-15EX ausgeweitet(öffnet im neuen Fenster) werden.