DRO-A und B: Zwei chinesische Satelliten haben wohl den Mond erreicht
Zwei chinesische Raumfahrzeuge haben offenbar erfolgreich wie vorgesehen ihre entfernten retrograden (rechts- oder rückläufigen) Umlaufbahnen um den Mond erreicht. Und das, obwohl DRO-A und DRO-B aufgrund eines anfänglichen Startproblems in einer niedrigen Erdumlaufbahn festsaßen – wie aus einer Folie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) hervorgeht(öffnet im neuen Fenster) .
Die DRO-Missionen sind Teil eines von der CAS durchgeführten Pilotprojekts. "Die Satelliten A, B und L wurden eingeschaltet und befinden sich stabil in der Umlaufbahn, ihr Arbeitsstatus ist normal" , heißt es auf der Folie.
Bei den DRO-Satelliten handelt es sich um Technologie- und Orbit-Testsatelliten, die zukünftig bei Chinas weiterreichenden Ambitionen auf dem Mond eine Rolle spielen könnten. Dazu gehört der Aufbau einer Infrastruktur für die Mondnavigation und -kommunikation zur Unterstützung der Monderkundung . Einen unmittelbaren Einfluss auf diese Pläne haben die jetzigen Satelliten aber nicht.
Probleme nach dem Start
Die DRO-A- und B-Satelliten starteten am 13. März 2024 und waren für eine entfernte retrograde Umlaufbahn vorgesehen. Das sind stabile Umlaufbahnen, auf denen Raumfahrzeuge den Mond in einer der Mondrotation entgegengesetzten Richtung und in relativ großer Entfernung umkreisen. Es wurde angenommen, dass die beiden Satelliten mit einem anderen Satelliten namens DRO-L, der im Februar 2024 gestartet wurde, in einer niedrigen Erdumlaufbahn (Leo) kommunizieren sollten.
Wie Xinhua nach dem Start berichtete, wurden DRO-A und B von der Langer-Marsch-2C-Rakete jedoch nicht genau in die vorgesehene Umlaufbahn gebracht. Grund dafür war eine Anomalie an der Yuanzheng-1S-Oberstufe. Seit dieser knappen Erklärung gab China noch keine offiziellen Informationen über den Verlauf der Mission heraus.
Daten aus den USA
Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde gewährt jedoch Einblicke in die Situation. Die Daten des Space Delta 2(öffnet im neuen Fenster) der U.S. Space Force bestätigten zunächst ein Objekt in Verbindung mit dem Start im Leo. Spätere Daten deuteten darauf hin, dass die Betreiber versuchten, die Mission zu retten, indem sie den Antrieb des Raumfahrzeugs nutzten, um die Umlaufbahn anzuheben.
Space Delta 2 verfolgte das Raumfahrzeug später in einer 525 x 132.577 Kilometer großen, stark elliptischen hohen Erdumlaufbahn. Am 26. März wurde es dann in einer 971 x 225.193 Kilometer großen Umlaufbahn entdeckt. Die Daten von Space Delta 2 zu diesem Objekt wurden seit März nicht mehr aktualisiert – da sich die Verfolgung von Space Delta 2 auf erdnahe Bahnen konzentriert.
Vermutlich mussten die chinesischen Betreiber ihre Treibstoffreserven für den Flug zum Mond und für das Einschwenken ihrer vorgesehenen Umlaufbahn anzapfen – was die Missionsdauer reduzieren dürfte. Die Folie enthält zudem ein Diagramm, das ein zukünftiges Raumfahrzeug in einer niedrigen Mondumlaufbahn zeigt.
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