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DRM: Apple wird wegen Kopierschutz verklagt

Hat Apple mit seinem Kopierschutz auf iPods Kunden und Konkurrenten geschadet? Diese Frage müssen Geschworene in einem Zivilprozess in den USA beantworten.
/ Jörg Thoma
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Ein Zivilprozess soll kären, ob Apple mit seinem Kopierschutz der Konkurrenz geschadet hat. (Bild: Free Software Foundation/GNU Freie Dokumentationslizenz)
Ein Zivilprozess soll kären, ob Apple mit seinem Kopierschutz der Konkurrenz geschadet hat. Bild: Free Software Foundation/GNU Freie Dokumentationslizenz

Zehn Jahre mussten Kläger in den USA auf diese Verhandlung warten. Jetzt soll in einem Zivilprozess geklärt werden, ob Apple bei der Einführung des Kopierschutzes auf seinen iPods Kunden und Konkurrenten geschadet hat. Für die Sammelklage haben sich über acht Millionen Nutzer zusammengetan und fordern einen Schadensersatz von bis zu 350 Millionen US-Dollar. Die Kläger hatten allesamt ihre iPods zwischen 2006 und 2009 erworben. Die Verhandlung wird voraussichtlich drei Wochen dauern.

Die Kläger bezichtigen Apple, mit seinem Kopierschutz die Preise für seine iPods jahrelang künstlich hochgehalten zu haben. Mit dem für iPods entwickelten Digital Rights Management (DRM) habe Apple verhindert, dass Angebote von Konkurrenten wie Real Networks auf Apples tragbarem Musikplayer abgespielt werden konnten. In frühen Versionen des iPods war das noch möglich.

E-Mails von Steve Jobs werden vorgelesen

Am ersten Prozesstag wurden interne E-Mails als Beweisstücke verlesen, darunter auch des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, berichtet Recode(öffnet im neuen Fenster) . Im Juli 2004 machte er einen Vorschlag für eine Pressemitteilung über Real Networks: "Wir sind überrascht, dass Real Networks die Taktiken und Ethiken von Hackern übernommen hat und versucht, in den iPod einzubrechen." Außerdem präsentierte die Verteidigung ein Video mit einem Interview aus dem Jahr 2011. Auf die Frage, ob er Real Networks kenne, habe Jobs geantwortet: "Gibt's die noch?" Die präsentierten E-Mails sollen zeigen, dass vor allem der Konkurrent Real Networks eine Bedrohung für Apples Marktanteile beim Verkauf von Musik gewesen sei.

Apples Anwälte argumentieren hingegen, der Konzern habe keine Monopolstellung im Bereich digitalisierter Musik und deshalb keine legale Verpflichtung, für eine Kompatibilität mit Produkten der Konkurrenz zu sorgen. Apple habe das Recht gehabt, seine iTunes-Software so zu verbessern, dass die iPods sicherer würden und sie auch vor Schäden zu schützen, die die Software von Real Networks verursacht haben soll. Der von Real Networks entwickelte Real Player habe eine Gefahr für die Benutzererfahrung und die Qualität der iPods dargestellt.

Später entfernte Apple seinen Kopierschutz wieder. Inzwischen lässt sich über iTunes erworbene Musik auf anderen Playern abspielen, sofern sie das Format beherrschen. In Apples Soft- und Hardware arbeitet die Datenbank weiterhin mit internen Prüfsummen, was den Einsatz von Drittsoftware zum Bespielen der iPods erschwert. DRM-geschützte Musikstücke von Drittanbietern lassen sich auch in iTunes nicht konvertieren und auf dem iPod abspielen.


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