Drive PX 2 AI: Nvidia liefert Automodule für Audi, ZF und Bosch

Das Automodul Drive PX von Nvidia findet bei Zulieferern und Herstellern großen Anklang. Aber auch mehrere Kartendienste wollen die Lokalisierungstechnik des Chipherstellers nutzen.

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Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang kündigt auf der CES 2017 mehrere Kooperationen an.
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang kündigt auf der CES 2017 mehrere Kooperationen an. (Bild: Nvidia)

Der Chiphersteller Nvidia hat mehrere deutsche Abnehmer für sein Automodul Drive PX 2 gefunden. Zum Auftakt der Elektronikmesse CES in Las Vegas kündigte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang Kooperationen mit den Automobilzulieferern ZF und Bosch an. Zudem werde Audi im Jahr 2020 ein vollautomatisiertes Auto auf der Basis des Nvidia-Prozessors auf den Markt bringen. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit zehn Jahren bei der Entwicklung von Assistenzsystemen zusammen. Details zur Kooperation mit Bosch sollten im März folgen, sagte Huang.

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ZF hatte zuvor seine Pläne für automatisierte und autonome Systeme auf der Basis des Drive PX 2 AI präsentiert. Das auf der CES vorgestellte System ZF ProAI solle "künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence - AI) für die Mobilitätsbranche verfügbar" machen, hieß es. Es unterstütze zunächst automatisierte Autobahnfahrten, "indem es mit Hilfe von Deep-Learning-Technologie Sensor- und Kameradaten verarbeitet und interpretiert". Das System wertet nicht nur Eingangssignale mehrerer Kameras sowie Lidar-, Radar- und Ultraschallsensoren aus. Darüber hinaus könne ZF ProAI das Fahrzeug auf hochaufgelösten Karten präzise lokalisieren und einen sicheren Fahrweg vorausplanen.

Here kooperiert mit Nvidia

Das Modul funktioniere auch bei großer Hitze, Feuchtigkeit und Staub. Die Serienfertigung sei ab 2018 geplant. Das System könne ebenfalls mit der Infrastruktur und anderen Fahrzeugen kommunizieren. Aus der Mitteilung geht jedoch nicht hervor, ob das lediglich über eine Mobilfunkverbindung oder auch über den WLAN-Standard 802.11p funktioniert. Mit Hilfe des Moduls sind die Fahrzeuge zudem in der Lage, Daten an die Cloud zu senden und zu empfangen.

  • Das Drive PX 2 von Nvidia (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Bild der Frontkamera eines mit für autonomes Fahren ausgestatteten Wagens. Die bunten Querstreifen sind Lidar-Erfassungen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein mit Kameras und Sensoren ausgestatteter Mercedes Benz (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die vereinfachte Darstellung der aufgrund der Sensordaten ermittelten Fahrwege, wie sie in Zukunft in autonomen Autos zu finden sein könnte (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Drive PX 2 in seiner Box (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Drive PX 2 von Nvidia (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Neben den Autoherstellern greift künftig auch der Kartendienst Here auf Produkte von Nvidia zurück. So will Here mit Hilfe der neuen Mapworks-Technik die Entwicklung von hochpräzisen echtzeitnahen Karten (Here HD Live Map) beschleunigen. Nvidia wiederum entwickele auf der Basis der Karten eine Lokalisierungstechnik für seine Driveworks-Software.

Zusammenarbeit mit japanischem Kartendienst

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Beide Unternehmen zusammen wollen eine auf den Here-Karten basierende Lösung für Fahrzeuge entwickeln, mit deren Hilfe Veränderungen im Straßenbild erkannt und Karten über die Cloud entsprechend aktualisiert werden können. "Die Software ist im Endeffekt ein digitaler Kartenhersteller", erläuterte Here das Konzept Golem.de vor mehr als einem Jahr.

Nvidia kündigte auf der CES des weiteren eine Partnerschaft mit dem japanischen Kartendienst Zenrin an. Schon vor einigen Monaten war bekanntgeworden, dass Nvidia mit dem chinesischen IT-Konzern Baidu und dem niederländischen Kartendienst Tomtom kooperiert.

Autonomes Testauto präsentiert

Obwohl Here inzwischen den deutschen Autoherstellern Daimler, BMW und Audi gehört, sollen auch andere Autohersteller die Daten nutzen können. "Durch unsere Zusammenarbeit mit Nvidia stellen wir sicher, dass jeder Autohersteller, der auf die Nvidia-Drive-Plattform setzt, problemlos auch die Here HD Live Map im Fahrzeug nutzen kann", sagte Firmenchef Edzard Overbeek. Here würde davon doppelt profitieren: Je mehr Fahrzeuge den kostenpflichtigen Dienst nutzen und mit Daten versorgen, desto aktueller und genauer können die Karten sein. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) warnte daher schon vor einer Marktbeherrschung durch Here.

Das auf der CES 2016 vorgestellte Hardwaremodul Drive PX 2 von Nvidia verfügt über eine Rechenleistung von acht Teraflops. Der im September präsentierte Xavier-Chip von Nvidia soll 20 Tera-Operationen pro Sekunde für Deep Learning (TOPS DL) erreichen. Dies entspricht ebenfalls acht Teraflops. Nvidia hat bereits einen eigenen Testwagen, einen Lincoln Continental, mit einem Xavier-Chip ausgestattet. Im folgenden Video zeigte das Unternehmen, wie dieser autonom durch Kalifornien fährt.

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