Zimmer wird zur Waschküche
Innerhalb einer Stunde ist in meinem Test am selben Tag mit 35 °C Außentemperatur die Luftfeuchtigkeit im Raum auf 55 Prozent gestiegen. Das ist immer noch nicht wirklich tropisch, aber wesentlich feuchter als die rund 40 Prozent, die beim Start im Zimmer herrschten. Die Kühlleistung nimmt entsprechend in recht schneller Zeit ab – messbar war sie in meinen Versuchen in Innenräumen ohnehin nie, betrachtet man die Raumtemperatur insgesamt.
Ein unangenehmer Nebeneffekt der steigenden Luftfeuchtigkeit ist zudem, dass sich die Temperatur sogar höher anfühlt. Wer einmal in einem Land mit hoher Luftfeuchtigkeit war, weiß: 30 °C bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlen sich unangenehmer an als 30 °C in einem trockenen Wüstenklima.
Mein Zimmer wurde im Laufe der Nutzung zu einer Waschküche mit klammer Luft, die ich dringend lüften musste – und dabei natürlich warme Luft von außen hineinließ. Als Lose-lose-Situation lässt sich das wohl bezeichnen. Nicht umsonst werden Verdunstungskühler in den USA auch "swamp cooler" genannt – denn die Luft fühlt sich irgendwann so an wie in einem Sumpfgebiet. Zwar hilft es zunächst, sich näher an den Ventilator zu setzen, um etwas vom Wassernebel abzubekommen – aber auch das ist keine langfristige Lösung, wenn es im Raum immer schwüler wird.
Feuchtigkeitsobergrenze lässt sich einstellen
Dreo ist sich des Problems offenbar bewusst: Über das Bedienpanel, die Fernbedienung und die App kann ich eine Feuchtigkeitsgrenze einstellen. Ist diese erreicht, schaltet der Turbocool 765S den Wassernebel automatisch aus, um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. In meinen Versuchen hätte ich diesen Wert so niedrig einstellen müssen, dass der Nebel im Grunde kaum noch aktiviert worden wäre.
Es gibt Tricks, um den negativen Effekt eines Verdunstungskühlers abzuschwächen, die aber bei hohen Außentemperaturen nicht funktionieren. Zum einen wäre da Lüften, wobei dann wieder warme Luft in das Zimmer gelassen wird. Es kann auch grundsätzlich ein Fenster einen Spalt aufgelassen oder der Ventilator direkt vor eine Fensteröffnung gestellt werden – so wird direkt trockenere Luft angesaugt. Diese ist dann aber – Überraschung – wieder warm. Solange es draußen nicht mehr als 25 °C sind, sind diese Tricks machbar; bei derartigen Temperaturen reicht aber eigentlich auch ein normaler Ventilator.
Und auch dann gibt es immer noch das größte Problem: Zu einer wirklichen Reduktion der Raumtemperatur trägt der Turbocool 765S in meinem Test zu keiner Zeit bei, was angesichts der Gesetze der Physik nicht verwundert. Ich will nicht ausschließen, dass Dreo die 6 °C Temperaturunterschied in einem kontrollierten Szenario in einem sehr, sehr trockenen, gut isolierten Raum erreichen konnte – bezweifle aber, dass jedwede Reduzierung dauerhaft war, zumindest fühlte sie sich sicher nicht so an.
Steuern lässt sich der Ventilator über das Bedienpanel, die Fernbedienung oder die gut gemachte App. Über sie lassen sich die Leistungsstufen der Ventilation und des Wassernebels einstellen, die Rotation, die Feuchtigkeitsgrenze oder auch der Betriebsmodus. Neben dem Standardmodus gibt es noch eine Automatik, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat. Im Nachtmodus behält der Ventilator die eingestellte Leistungsstufe 30 Minuten lang bei und schaltet dann im Abstand von 30 Minuten um insgesamt zwei Stufen runter.
Einfache Einbindung in Smart-Home-Systeme
Der Turbocool 765S lässt sich einfach in Google Home und Alexa einbinden. Dann erscheint er etwa in der Home-Zentrale von Google, wo sich die Leistung einstellen oder der Wassernebel aktivieren lässt. Über Alexa konnte ich per Sprachkommando den Ventilator nur ein- und ausschalten, nicht aber die Leistung verändern.
Die Reinigung des Ventilators ist einfach: Der Wasserbehälter muss nur regelmäßig mit einem Tuch ausgewischt werden. Die App hat einen Zähler, der nach 100 Betriebsstunden an die Reinigung erinnert. Wird der Ventilator nicht benutzt, würde ich das Wasser aber aus dem Tank entfernen, damit sich keine Bakterien bilden, die dann im Raum verteilt werden.


