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Wassertröpfchen gegen die Hitze

Auf Knopfdruck am Bedienpanel oder der Fernbedienung werden an vier Öffnungen neben der Luftstromöffnung Wassertropfen in den erzeugten Wind eingelassen. Die Anzahl der Tröpfchen kann in vier Stufen geregelt werden, der Luftstrom in zwölf Stufen. Dreo zufolge kann der Ventilator eine maximale Luftgeschwindigkeit von 10 m/s erzeugen, der Wind soll 18,2 m weit reichen.

In einem gut 22 m² großen Zimmer bläst der Turbocool 765S tatsächlich sehr kräftig die Luft durch den Raum. Dabei ist er bei voller Geschwindigkeit mit 58 dB nicht sonderlich laut. Bei niedrigster Stufe ist der Ventilator in einer Berliner Wohnung kaum vor den üblichen Hintergrundgeräuschen auszumachen. Nachts fällt mir allerdings auf, dass der Ventilator im Rotationsmodus beim Umschalten der Richtung manchmal leicht schnarrt.

Der Wassernebel reicht bis zu einem Meter weit, je nach Nebelstufe reicht eine Tankfüllung zwischen einem und mehreren Tagen. Um den Effekt der Verdunstungskälte zu nutzen, ist es eigentlich nicht notwendig, direkt im Wassernebel zu sitzen – bei sehr hohen Temperaturen kann das aber ganz angenehm sein. Dreo empfiehlt, bei kalkhaltigem Leitungswasser destilliertes Wasser zu verwenden – was ich nur bestätigen kann. Das Berliner Leistungswasser ist sehr kalkhaltig, was dazu führt, dass der feine Nebel beim Verdampfen eine feine Kalkschicht hinterlässt.

Bloß kein kalkhaltiges Wasser verwenden

Diese ist zuallererst auf dem Turbocool 765S selbst zu erkennen, der nach wenigen Minuten von einer weißen Staubschicht überzogen ist. Aber auch umliegende Möbel sind vor dem Kalk nicht gefeit. Der Wassernebel ist aber so fein, dass ich während meines Tests keine Wasserablagerungen auf Möbeln beobachten konnte. Würde ich etwas direkt vor die Nebelausgänge stellen, würde sich wahrscheinlich Wasser darauf ablagern – im Alltag scheint das aber kein Problem zu sein.

Aber wie gut kühlt der Turbocool 765S denn nun, und was ist mit den 6 °C Temperaturunterschied, von denen der Hersteller spricht? Hier gilt es die Physik zu beachten: Die Wirksamkeit eines Verdunstungskühlers ist immer von der Umgebung abhängig. Je trockener die Luft ist, desto besser ist der Kühleffekt; je feuchter sie ist, desto schlechter. Als ich den Ventilator bei etwa 35 Prozent Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Außentemperatur direkt auf dem Balkon ausprobiert habe, konnte ich den Temperaturunterschied zwischen normalem Luftstrom und dem mit zugeschaltetem Wassernebel deutlich spüren, wenn ich nah am Ventilator saß.

Im Zimmer bei geschlossenen Fenstern und Türen und mit Abstand ist der Effekt wesentlich schlechter bis gar nicht wahrnehmbar – und nimmt sogar ab. Das liegt wie bereits erwähnt am inhärenten Prinzip der Verdunstungskühlung: Je trockener die Luft, desto besser ist der Effekt. Ist die Luft feuchter, verdunsten zwar weiterhin Wassermoleküle, es findet aber gleichzeitig mehr Kondensation statt, bei der Wärme entsteht – die den Kühleffekt aufhebt. Und die Luft wird bei der Nutzung im geschlossenen Zimmer immer feuchter – dazu gleich mehr.

Das bedeutet auch, dass der Kühleffekt auf dem Balkon kurz vor einem Gewitter oder in den Tropen ebenfalls nicht wahrnehmbar ist – abgesehen vom eigentlichen Windstrom, der ab einer bestimmten Temperatur aber auch viel zu warm ist. Selbst ab einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent ist der Effekt draußen kaum noch zu spüren. Im Zimmer bringen Verdunstungskühler daher am Ende nichts: Wird in einem Zimmer mit niedriger Luftfeuchtigkeit gestartet, steigt diese während der Nutzung – der Ventilator bläst ja ununterbrochen Wasser in den Raum – und macht jeden Kühleffekt zunichte.


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