Drei Euro pro Paket: EU einigt sich auf Abgabe für Importe von Billigwaren

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich darauf verständigt, dass jedes Paket von außerhalb der EU mit einem Warenwert bis 150 Euro mit einer Abgabe in Höhe von drei Euro belegt werden soll. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, soll die Regelung im Juli 2026 in Kraft treten und von den nationalen Zollbehörden umgesetzt werden.
Dies gilt allerdings nur vorübergehend, da sich die EU-Staaten im November 2025 darauf verständigten, die 150-Euro-Freigrenze bis zum Jahr 2028 abzuschaffen . Damit soll sichergestellt werden, dass alle Händler unabhängig von ihrem Standort den gleichen Wettbewerbsbedingungen unterliegen.
Systematischer Missbrauch der Zollfreiheit
Bislang konnten Pakete bis zu einem Warenwert von 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Der Onlinehandel führte in den letzten Jahren zu einem exponentiellen Anstieg von Paketsendungen mit geringem Warenwert. Laut der EU-Kommission kamen 2024 pro Tag rund zwölf Millionen Pakete in der EU an.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, man sehe derzeit einen systematischen Missbrauch der Zollfreiheit durch massenhafte Sendungen, vor allem aus China. Hinzu komme, dass nach Schätzungen der EU-Kommission bei 65 Prozent der in die EU geschickten Pakete ein zu niedriger Warenwert angegeben werde, damit die Zollbefreiung in Anspruch genommen werden könne.
400.000 Pakete pro Tag nach Deutschland verschickt
Mit dem Freibetrag würden Händler außerdem dazu animiert, ihre Sendungen in mehrere kleine Pakete aufzuteilen, um die Zollgrenze zu umgehen. Neben ungleichen Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen führe dies auch zu großen Mengen an Verpackungsmüll.
Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zufolge werden von Shein und Temu etwa 400.000 Pakete pro Tag an deutsche Kunden verschickt. Der Umsatz der Portale lag im Jahr 2024 den Angaben zufolge bei 2,7 und 3,3 Milliarden Euro.
Neben dem Missbrauch des Zollfreibetrags stehen Onlinehändler aus China auch in der Kritik, Produkte zu versenden, die nicht den Sicherheitsanforderungen der EU entsprechen .