Drei Euro pro Warenkategorie: Abgabe auf Billigwaren aus China gilt ab Mittwoch
Ab dem 1. Juli 2026 entfällt die Regelung, nach der Waren mit einem Wert von weniger als 150 Euro zollfrei in die EU geschickt werden können. Stattdessen wird eine Abgabe in Höhe von drei Euro pro Warenkategorie je Sendung(öffnet im neuen Fenster) erhoben, die mit einem Warenwert von unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern in den Staatenverbund gesendet werden.
Die EU‑Mitgliedstaaten hatten sich im Dezember 2025 auf die Abgabe verständigt, um den Import von Billigprodukten aus Drittländern einzudämmen, insbesondere aus China. Die Übergangslösung gilt, bis die 150-Euro-Zollfreigrenze im Jahr 2028 abgeschafft wird.
Mit der Abschaffung der Zollfreiheitsgrenze soll sichergestellt werden, dass Händler unabhängig von ihrem Standort denselben Wettbewerbsbedingungen unterliegen. Schätzungen der EU-Kommission zufolge wurden im Jahr 2025 rund 5,9 Milliarden Pakete mit geringem Warenwert in die EU verschickt. Etwa 90 Prozent sollen aus China stammen.
Einzelhandel verzeichnet Umsatzverluste in Höhe von 2,5 Milliarden Euro
Hinzu kommt, dass bei etwa 65 Prozent der Pakete ein zu niedriger Warenwert angegeben wird, um unter der Zollfreiheitsgrenze zu bleiben. Zudem werden auch Produkte versendet, die nicht den Sicherheitsanforderungen in der EU entsprechen. Die Freigrenze animiert Unternehmen laut der EU-Kommission zudem dazu, Warensendungen in mehrere kleine Pakete aufzuteilen, was viel Verpackungsmüll verursacht.
Billighändler wie Temu und Shein sind beliebt, verursachen beim deutschen Einzelhandel aber Umsatzverluste im Wert von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Der Umsatzausfall für die gesamte Wirtschaft, inklusive Vorleistungen wie Mieten, Energiekosten, Logistik und Löhne soll doppelt so hoch liegen.
Insbesondere Shein löste in Europa Kritik aus. Der Plattform wird vorgeworfen, nicht genug gegen den Vertrieb illegaler Produkte zu tun. Die EU-Kommission hat deshalb bereits ein Verfahren gegen den chinesischen Onlinehändler eingeleitet. Frankreich reagierte auf die Vorwürfe gegen Shein mit der Eröffnung eines Sperrverfahrens.