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Dreams im Test: Bastelwastel im Traumiversum

Bereits mit Little Big Planet hat das Entwicklerstudio Media Molecule eine Kombination aus Spiel und Editor produziert, nun geht es mit Dreams noch ein paar Schritte weiter. Mit dem PS4-Titel muss man sich fast schon anstrengen, um nicht schöne Eigenkreationen zu erträumen.

Ein Test von veröffentlicht am
Artwork von Dreams
Artwork von Dreams (Bild: Media Molecule)

Computerspieler sind Träumer, jedenfalls in Dreams. Das Programm des britischen Entwicklerstudios Media Molecule (Litte Big Planet) setzt konsequent auf eine "verträumte" Aufmachung: Alles, was irgendwie mit Dreams zu tun hat, findet innerhalb des "Traumiversums" statt. Um die Sache etwas bodenständiger zu erklären: Mit Dreams können wir auf der Playstation 4 eigene Spiele oder zumindest verspielte Anwendungen basteln.

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Wer darauf keine Lust hat, darf sich außerdem mit einer Handvoll vorgefertigten "Träumen" (also Spielen) beschäftigen, die Media Molecule produziert hat. Dazu kommen Hunderte von Games, die von der Community während der vergangenen Monate im Early Access erstellt wurden.

Eine Besonderheit an dem Editor ist, dass er auf Konsole verfügbar ist. Die meisten vergleichbaren Werkzeuge gibt es schließlich für PC - die einzige Konsolenkonkurrenz für Dreams ist Super Mario Maker 2, allerdings auf Nintendo Switch. Das mit der Plattform bedeutet vor allem: In Dreams können und müssen wir alles mit dem Gamepad erledigen, inklusive des Erstellens komplexer Objekte und fortgeschrittener Spielelogik.

Das wichtigste Bedienungselement ist unser Wichtel. So heißt eine Art plüschiger Mauszeigerersatz, mit dem wir unter anderem Gegenstände manipulieren. Einfaches Beispiel: Wenn wir etwas skalieren möchten, können wir es mit unserem Wichtel auf Tastendruck verbinden und es dann wie mit einem Mauszeiger in die Länge ziehen oder zusammenstauchen. Das funktioniert ziemlich gut - allerdings erst nach langer und teils durchaus frustrierender Einarbeitung und Gewöhnung.

Wer sich in den Tutorials mit der Bedienung vertraut gemacht hat, kann eigene Träume erstellen. Dann hat man annähernd die gleichen Möglichkeiten wie mit anderen Editoren, inklusive der Erstellung eigener Assets aus Modulen und dem Abmischen von Sound. Spielelogik wird auf Schalttafeln erstellt, auch hier stehen alle wichtigen Elemente zur Verfügung. Media Molecule liefert Templates für populäre Genres mit, etwa für Ego-Shooter.

Wer in Dreams einfach nur spielen möchte, kann direkt im Spiel nach den Werken anderer Träumer suchen. Es gibt alle Arten von Anwendung: schräge Physikexperimente, Acrade-Ballerorgien und - eines der beliebtesten Programme - die schlichte Darstellung von zubereiteten Lebensmitteln, fast schon fotorealistisch bis hin zum kleinsten Salzkorn.

Media Molecule selbst hat ein rund 90 Minuten langes Abenteuer namens Arts Traum mitgeliefert. Art ist der Name eines Kontrabassisten, das Spiel ein verträumter Blick auf seine Vergangenheit. Dabei wechseln sich unterschiedlichste Genres ab, vom simplen Jump 'n' Run bis zum fast schon klassischen Adventure - wohl auch als Anschauungsmaterial für die Werke der Kundschaft.

  • Dreams bietet grundsätzlich drei Arten von Steuerung - per Gamepad, aber auch mit den Move-Controllern. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
  • "Arts Traum" ist ein von Media Molecule für Dreams entwickeltes Adventure. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
  • Im Editormodus müssen wir oft gleichzeitig mehrere Tasten drücken. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
  • Im Spiel können wir gezielt nach guten "Träumen" von anderen Spielern suchen. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
  • Der Editor enthält viele vorgefertigte Objekte, ... (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
  • ... die wir bearbeiten und verwenden können. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)
Dreams bietet grundsätzlich drei Arten von Steuerung - per Gamepad, aber auch mit den Move-Controllern. (Bild: Sony/Screenshot: Golem.de)

Dreams ist exklusiv für Playstation 4 verfügbar, der Preis liegt bei rund 40 Euro. Ohne Onlineverbindung ist das Programm nicht nutzbar. Träume können nicht auf andere Plattformen exportiert werden. Dreams ist vollständig und spürbar liebevoll lokalisiert, inklusive der Sprachausgabe. Von der USK hat es eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Fazit

Aufbereitung und Umsetzung von Dreams sind stellenweise atemberaubend gut gemacht. Im Spielmodus bieten die von Media Molecule, aber auch viele von der Community während des Early Access entwickelte Games hochwertigste Unterhaltung - emotional berührend, optisch beeindruckend und enorm einfallsreich.

Der Editor ist ein mächtiges Werkzeug, das dank der cleveren Ideen und der Massen an fertigen und halbfertigen Assets ungeheuer viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bietet. Wer eigene Ideen umsetzten möchte, kriegt das nach der Einarbeitung mit Dreams schneller und vor allem schöner hin als mit vielen vergleichbaren Werkzeugen.

Allerdings: Profis und ambitionierte Hobbyentwickler dürften sich zwar rasch zurechtfinden. Aber wer nicht zumindest eine Ahnung von Softwareentwicklung und 3D hat, muss in Dreams über sehr viel Durchhaltevermögen verfügen, um Vorzeigbares zu produzieren. In den ersten paar Stunden kann außerdem die Steuerung die Spieler in den Wahnsinn treiben.

Auf Konsole raten wir bastelwilligen Einsteigern im Zweifel deshalb eher zum Super Mario Maker 2. Der kann zwar weniger, führt aber unkomplizierter zu Erfolgsergebnissen. Und auf PC gibt es ja sowieso eine Vielzahl von Entwicklungsumgebungen. Die große Lücke zwischen dem Traum von Zugänglichkeit und dem vom eigenen Profiprojekt füllt Dreams auf der Playstation 4 aber erstklassig aus.

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MickeyKay 25. Feb 2020

Dreams war ursprünglich sogar nur für PSVR angekündigt. Dass der Port aber fast fertig...

MickeyKay 25. Feb 2020

Wieso "mal sehen"? Das PSVR-Update ist fast fertig und erscheint demnächst. Dreams war...

TarikVaineTree 17. Feb 2020

Kann ich so 1:1 für Super Mario Maker unterschreiben. Ist zwar nicht vergleichbar, was...

AllDayPiano 17. Feb 2020

Anders ist der Titel nicht zu erklären :-) Schön war's damals. Entspannte Sendung.


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