DreamHost: US-Regierung will nun doch keine Daten von Trump-Gegnern

Verdächtig, nur weil man eine Website besucht hat, auf der Proteste gegen Trumps Amtseinführung geplant wurden? Nein, nein, doch nicht, versichert das US-Justizministerium und macht einen Rückzieher.

Artikel veröffentlicht am , zeit-pb
Donald Trump
Donald Trump (Bild: White House)

Es kommt nicht alle Tage vor, dass die US-Regierung zugibt, keine Ahnung von ihren Taten zu haben. Im Fall von Dreamhost und dem Versuch, die Herausgabe von Daten von 1,3 Millionen Besuchern einer Anti-Trump-Website zu erzwingen, hat sie nun aber genau das eingeräumt.

Inhalt:
  1. DreamHost: US-Regierung will nun doch keine Daten von Trump-Gegnern
  2. Der neue Durchsuchungsbeschluss ist enger gefasst

Die Vorgeschichte hatte besorgniserregend geklungen: Auf der Website disruptj20.org hatten Aktivisten für den Tag der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump versucht, massive Proteste zu organisieren und zu koordinieren. Tatsächlich war es am 20. Januar zu Protesten in Washington, D.C. gekommen, teilweise waren sie gewalttätig. Mehr als 200 Demonstranten wurden festgenommen, ebenso wie sechs Journalisten.

Das US-Justizministerium wollte aber noch weitere Täter und Verantwortliche finden und präsentierte deshalb dem Dienstleister Dreamhost aus Los Angeles, auf dessen Servern disruptj20.org gehostet ist, einen Durchsuchungsbefehl. In dem heißt es, Dreamhost habe - unter anderem - alle Daten zu den Betreibern der Website herauszugeben, damit diese identifiziert werden können.

Aber auch Protokolle von HTTP-Verbindungsanfragen sowie andere Unterlagen, die Verbindungsversuche zu disruptj20.org belegen, sollte Dreamhost herausgeben. Was nichts anderes heißt als die IP-Adresse von jedem, der die Website besucht hat. Mit einer IP-Adresse können Strafverfolger bei den Internetprovidern erfragen, wem der entsprechende Anschluss gehört, und so versuchen, Besucher der Website zu identifizieren.

Dreamhost sprach von 1,3 Millionen Betroffenen

Stellenmarkt
  1. Oracle Datenbankadministrator/-in (m/w/d)
    GKD Recklinghausen, Recklinghausen
  2. Juristischer Berater (m/w/d) IT
    VBL. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe
Detailsuche

Dreamhost wehrte sich nicht nur gegen die Anordnung und legte Einspruch ein, die Firma veröffentlichte den Durchsuchungsbefehl auch in ihrem Blog. "Das Justizministerium verlangt die Herausgabe von 1,3 Millionen Nutzer-IP-Adressen sowie Kontaktinformationen, E-Mails und Fotos von Tausenden Menschen", schrieb sie. "Diese Informationen könnten verwendet werden, um jedes Individuum zu identifizieren, das diese Website besucht und Gebrauch von seinem verfassungsmäßigen Recht auf freie Meinungsäußerung gemacht hat. Das sollte genug sein, um bei jedem die Alarmglocken schrillen zu lassen. Unserer Meinung nach ist das ein Beispiel für (…) einen Machtmissbrauch der Regierung."

Auch in einer E-Mail an das Ministerium schrieb der Anwalt von Dreamhost von den "mehr als 1.000.000 IP-Adressen". Es wusste also frühzeitig, woran sich das Unternehmen besonders störte.

Das Ministerium weigerte sich trotzdem, die Menge der verlangten Daten einzuschränken. Das sei ja schon dadurch geschehen, dass im Durchsuchungsbeschluss präzise aufgeführt sei, was Dreamhost herausgeben soll. So steht es im Antrag des Ministeriums, mit dem die Einwände des Webhosters vor Gericht abgewiesen werden sollten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Der neue Durchsuchungsbeschluss ist enger gefasst 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. iPhone lädt Airpods: Apple soll an bidirektionalem Laden arbeiten
    iPhone lädt Airpods
    Apple soll an bidirektionalem Laden arbeiten

    Apple soll an Funktionen arbeiten, mit denen sich mobile Geräte gegenseitig laden lassen. Auch aus der Distanz soll das Laden künftig möglich sein.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.
     
    Black Friday 2021 - Deals am Cyber Monday bei Amazon & Co.

    Nach gut drei Wochen voller Rabatte und Schnäppchen endet heute Abend mit dem Cyber Monday die Black Friday Woche.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /