Dream Chaser: Mini-Shuttle darf zur ISS fliegen

Die Verträge zur Versorgung der ISS durch die USA von 2019 bis 2024 sind vergeben. Mit dabei ist auch das Minishuttle Dream Chaser.

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Der Dream Chaser auf der Landebahn
Der Dream Chaser auf der Landebahn (Bild: Nasa)

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die neuen Lieferverträge für Fracht zur Internationalen Raumstation ISS von 2019 bis 2024 vergeben. Neu dabei ist auch das Minishuttle Dream Chaser der Sierra Nevada Corporation (SNC).

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Die Versorgung der ISS erfolgt im Rahmen des Programms Commercial Resupply Services (CRS), das die Versorgung der Raumstation nach dem Ende der Shuttle-Ära sicherstellen soll. Wie schon in der ersten Runde, CRS-1, sind auch SpaceX und Orbital ATK wieder mit dabei, die schon seit 2012 Fracht mit den Transportern Dragon und Cygnus zur ISS bringen.

Anders als Cygnus und Dragon ist der Dream Chaser noch nicht im Weltraum erprobt. Ähnlich wie das Shuttle oder die X-37 soll er mit Flügeln zurück zur Erde gleiten und sanft wie ein Flugzeug landen, auch wenn das beim letzten Testflug nicht ganz geklappt hat. Durch die bessere Steuerbarkeit können auch die Beschleunigungskräfte beim Wiedereintritt auf 1,5 g begrenzt werden.

Dream Chaser fliegt ohne Besatzung

Ursprünglich war der Dream Chaser als bemanntes System geplant, bekam aber neben SpaceX und Boeing keinen Zuschlag bei der Vergabe der Verträge zum Commercial-Crew-Programm. Als Frachter wird er in der Lage sein, 5,5 Tonnen Fracht zur ISS und zurück zu bringen, wobei die Landung auf einer gewöhnlichen Landebahn einen schnellen Zugang zur Fracht aus dem Orbit möglich macht. Sollte sich der Dream Chaser beim Frachttransport bewähren, dürfte das eine gute Grundlage für die Bewerbung für das nächste Commercial Crew Program sein, die bemannten Transporte zur ISS.

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Das Unternehmen SNC kann nicht auf eine firmeneigene Rakete zurückgreifen und ist deswegen für die Starts auf externe Angebote angewiesen. Für diesen Zweck wären die Falcon 9 und die Atlas V geeignet. Der erste Flug wurde vor zwei Jahren mit einer Atlas V für 2017 angekündigt. Bis 2019 soll allerdings auch Vulcan als Nachfolger der Atlas V zur Verfügung stehen. Außerdem haben auch Orbital ATK und Blue Origin angekündigt, eigene Raketen dieser Größenordnung zu entwickeln. Es dürfte also genug Auswahl zur Verfügung stehen.

Fracht muss in Zukunft versichert sein

Keine Verträge wurden an Boeing und Lockheed-Martin vergeben, obwohl Boeing mit dem CST-100 "Starliner" schon den Zuschlag für den Crewtransport bekommen hat. Das Ziel dahinter ist auch, eine größtmögliche Vielfalt der Raumfahrzeuge zu sichern, nachdem 2015 sowohl Cygnus als auch Dragon wegen Fehlstarts die ISS nicht anfliegen konnten.

Neu ist auch die Auftragsgestaltung. Statt eine minimale Frachttonnage vorzugeben, sind nun mindestens sechs Flüge vorgeschrieben. Die genaue Mission wird dann individuell mit der Nasa aus einer Reihe Vorgaben mit den Unternehmen ausgewählt. Dazu gehören nun auch ausdrücklich Missionen zur Entsorgung und zum Zurückbringen von Fracht zur Erde.

Außerdem gibt es nun eine Verpflichtung zur Versicherung von Regierungsfrachten, denn für Verlust musste bisher die Nasa selbst aufkommen. Ein genauer Wert der Aufträge wurde noch nicht bekanntgegeben. Er soll sich aber für die sechs Flüge zwischen 1 und 1,4 Milliarden Dollar bewegen.

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