Channel Bonding muss weg

In kleineren Heimnetzen sind Funktionen wie Channel Bonding sinnvoll, da dadurch die Datenraten einzelner Geräte erheblich gesteigert werden können. Das ist auf großen Events allerdings ohne unrealistisch hohen Hardwareaufwand nicht möglich. Daher gilt: Die Kanalbündelung wird ausgeschaltet, um auch mehr Clients zu unterstützen. Denn es werden nur die einzelnen 20-MHz-Kanäle genutzt, in die sich WLAN-Signale aufteilen. Dabei sollen beide Frequenzbänder eingesetzt werden: 2,4 GHz und 5 GHz.

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Obwohl das 2,4-GHz-Band wesentlich mehr Kanäle unterstützt, setzt das Netzwerkteam der CCC IMF auf vier verschiedene. Das liegt daran, dass aneinanderliegende Frequenzen sich gegenseitig stören und für Interferenzen sorgen können. Daher werden 2,4-GHz-Kommunikationen in Europa auf vier Kanäle begrenzt: 1, 5, 9 und 13. In Nordamerika sieht das 2,4-GHz-Band keinen 13. Channel vor, dort muss etwa auf Channel 11 ausgewichen werden.

Ungenutzte Standards abschalten

Um EU-Richtlinien zu wahren, sollte auch darauf geachtet werden, dass DFS-Kanäle im 5-GHz-Band stets freigehalten werden. Auf diesen laufen nämlich auch Radarkommunikationen ab, die absolute Priorität haben müssen. Radar-Traffic wird deshalb separat beobachtet und entsprechende DFS-Kanäle bei Bedarf temporär abgeschaltet.

Es kann dabei zu einer hohen Anzahl an Clients in einer Kollisionsdomäne kommen. Gerechnet wird mit etwa 50 bis 75 Geräten pro Kanal. Daher sollten in einem einzelnen Raum genug Router stehen, um eine solch hohe Menge abzufangen. Generell empfiehlt die CCC IMF, in volleren Gebieten - etwa Eingangsbereichen und Pausenzonen - 3x3-MIMO-Geräte zu verwenden, die mehr Geräte gleichzeitig ansprechen können. In weniger frequentierten Standorten sind 2x2-Antennen auch ausreichend.

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Sinnvoll kann es ebenfalls sein, langsamere WLAN-Standards im eigenen Netzwerk komplett abzuschalten. Die IMF empfiehlt etwa das Deaktivieren des überholten 802.11b und die Beschränkung von 802.11 a+g auf höhere Datenraten. Das Ziel ist es, Pakete möglichst schnell und in kurzer Zeit zu übertragen. Langsamere Verbindungen belegen wertvolle Zeitintervalle auf dem Medium für einen längeren Zeitraum. Sehr alte oder preiswerte Endgeräte könnten in diesem Fall allerdings nicht mehr funktionieren. Daher sollten wir uns vor dem Deaktivieren von älteren Standards im Klaren sein, welche Hardware in unserem Netz miteinander interagiert.

Kein automatischer Kanalwechsel

Mit der stetigen Verbreitung von Wi-Fi 5 und 6 - 802.11ac und 802.11ax - werden auch immer mehr Clients mit 5-GHz-Kompatibilität genutzt. Die IMF ist bereits vor einigen Jahren von einem Anteil von 60 bis 70 Prozent ausgegangen. Mittlerweile nutzen fast alle neueren Geräte auch 5-GHz-Frequenzen.

Um die Ressourcen auf beiden Frequenzbändern zu nutzen, werden vom Netzwerkteam deshalb unterschiedliche SSIDs für 2,4 und 5 GHz genutzt. Laut eigenen Aussagen sieht das Netzwerkteam der CCC IMF Band Steering, also das automatische Aussuchen des richtigen Frequenzbandes durch den Client selbst, als unzuverlässig an. Entsprechend werden solche Funktionen abgeschaltet. Auf Events wie dem 36C3 wurden zudem SSIDs, offene Gästenetzwerke, verschlüsselte private WLANs oder die Netzwerke von Community-Projekten parallel betrieben.

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Generell gilt allerdings: Zu viele verschiedene SSIDs im selben Netzwerk können unnötig viel Air Time belegen, die andererseits für eine bessere Leistung nutzbar wäre. Das liegt an den periodisch gesendeten Beacon-Frames und Probes, die für jede SSID auf dem WLAN-Signal gesendet werden. Deshalb sollten wir nicht zu viele SSIDs erstellen, vor allem wenn die Ressourcen knapp bemessen sind. Hier helfen etwa mehrere VLANs, die einer SSID per Dynamic VLAN Assignment zugewiesen sind.

Den Überblick behalten

Von der generellen Raumplanung bis hin zur Implementierung der Hardware: Wichtig ist, dass sich Netzwerkteams ein sinnvolles Schritt-für-Schritt-Konzept ausdenken und sich auch bewusst sind, was sie mit ihren Drahtlosnetzwerken überhaupt erreichen wollen.

Schon vor Corona zeigten Events wie der 36C3 in einer Extremform, wie wichtig ein guter Netzwerkplan ist. Erfahrungsgemäß ist die Netzwerkverbindung auf den Events des CCC stabil, auch bei großen Menschenansammlungen. Die CCC IMF empfiehlt eine ausführliche Recherche der jeweiligen Netzwerkanbieter in Bezug auf High-Density-Netzwerke. Diese gehen nochmals auf die Installation von WLANs mit mindestens 100 Geräten pro Zelle ein und geben Tipps. Ein Beispiel unter vielen ist die Dokumentation des Herstellers Aruba.

Nachtrag vom 13. Juli 2021, 19:14 Uhr

Wir haben den Artikel mit weiteren Informationen der CCC IMF ergänzt.

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 Drahtlose Netzwerke: Wie der CCC ein WLAN für Tausende Gäste aufbaut
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bawe 20. Jul 2021

Tatsaechlich ist das Gegenteil der Fall. Die knappe Resource bei Wlan ist Airtime...

bawe 20. Jul 2021

Hahaha, nope. Ubnt funktioniert im kleinen Umfeld gut, aber wenn es gross wird (sehr...

NaruHina 14. Jul 2021

ich habe hier teilweise 5 millionen clients aufgeteilt auf 17segemente im 10er netz, ohne...

Quetzalcoatl0815 14. Jul 2021

1,6 und 11



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