Doxxing: Ukraine leakt 620 angebliche Identitäten des FSB

In der Liste mit Mitarbeitern des russischen Geheimdiensts stehen unter anderem Informationen zu Reisepässen und SIM-Karten.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
FSB-Hauptquartier in Moskau
FSB-Hauptquartier in Moskau (Bild: AnnaIlarionova/Pixabay License)

Der ukrainische Militärgeheimdienst hat am Montag eine Liste mit angeblichen russischen Geheimdienstmitarbeitern veröffentlicht. In dem Datensatz sollen 620 Identitäten von Spionen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB benannt sein. Sie beinhalten Informationen etwa zu Geburtstagen, Reisepässen, SIM-Karten oder Autos. Russische Stellen haben sich laut Euractiv bisher nicht zu der Liste geäußert. Die Daten wurden noch nicht unabhängig verifiziert.

Eine solche Veröffentlichung von personenbezogenen Daten im Internet nennt sich Doxxing und ist nicht die erste. Zuvor wurden auf der gleichen Regierungswebsite weitere Namen und Adressen von anderen Soldaten veröffentlicht. Der Nachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums nennt diese Soldaten Kriegsverbrecher und warnt, dass jeder vor ein Gericht gebracht werde. Genaue Details zu den vermeintlichen Verbrechen veröffentlichen sie nicht.

Psychologische Kriegsführung

Die Ukraine sucht außerdem mit Gesichtserkennung nach den Social-Media-Profilen von toten russischen Soldaten und benachrichtigt dann deren Angehörige. Dieses Handeln ist psychologische Kriegsführung und kann einschüchternd auf die gegnerische Armee wirken. Sogenannte Psyops (Psychological Operations) lassen sich bis in die Antike zurückführen und sind Teil der Kriegstaktik.

Zudem haben ukrainische Stellen einen Chatbot eingerichtet, mit dem russische Truppen gemeldet werden können. Mit dieser Form des Crowdsourcings erreichen sie mehr als 200.000 Nutzer. Vor zwei Wochen hat das Hacktivisten-Kollektiv Anonymous die deutsche Niederlassung des russischen Energiekonzerns Rosneft gehackt. Nach eigenen Angaben haben sie dabei großen Schaden angerichtet. In Russland gewinnt die Anti-Zensur-App Lantern an Zuwachs.

Alle aktuellen Golem.de-Artikel und weitere News zum Ukraine-Krieg finden sich in unserem Liveblog.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /