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Toby "TobiWan" Dawson kommentiert seit 10 Jahren Dota.
Toby "TobiWan" Dawson kommentiert seit 10 Jahren Dota. (Bild: Freaks 4U Gaming)

Alles ein großer Fehler?

Dass es Toby Dawson überhaupt zur Stimme Dotas gebracht hat, ist einem großen Fehler zu verdanken. So nennt er es selbst: "It was all a huge mistake." Überhaupt verlief die Karriere ungewöhnlich. Als Kind durfte Dawson nur selten Computerspiele spielen, seine Mutter "verstand die Faszination nicht". Erst als er erwachsen war, beschäftigte er sich ernsthaft mit Games. Damals waren gerade Shooter wie Call of Duty und Battlefield 1942 auf den Markt gekommen.

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Er spielte in einem Clan, ganz passabel, wie er sagt, organisierte kleinere Turniere und machte ein bisschen Verwaltung. Als viele Spieler zu anderen Games wechselten, suchte er nach einem Weg, Call of Duty weiterhin attraktiv zu halten und fand ihn im Live-Kommentar. "Die Aufnahmen klangen furchtbar und es gab noch keine Videostreams, es war also quasi Radio", erinnert sich Dawson, "aber die Community ist voll drauf abgefahren."

Wenig später schloss er sich dem Kollektiv Gamestah an, das bis heute in Australien E-Sports-Berichterstattung betreibt. 2005 kommentierte Dawson für die Firma vor allem Egoshooter, als eine Kooperation mit einer TV-Produktionsfirma die Gelegenheit bot, einige Caster zu den World Cyber Games in Singapur zu schicken. Doch es gab ein Problem: Die Plätze für die Kommentatoren von beliebten Games wie Counter-Strike waren schon vergeben.

Stattdessen suchte man jemanden, der das in Australien noch verhältnismäßig unbekannte Dota kommentieren konnte. Dawson witterte seine Chance: "Ich hatte vielleicht drei oder vier Matches mit Kumpels gespielt, was mich unter uns schon zum Experten gemacht hat. Ich dachte eigentlich, es fände sich bestimmt noch jemand, der mehr Ahnung von dem Spiel hat. Aber dann kam die Rückmeldung: Toby, du fährst nach Singapur. Und ich so: Shit."

Heute erzählt er davon mit einem Schmunzeln, damals sei das Erlebnis etwas furchteinflößend gewesen, gibt er zu. Schließlich hatte er nur zwei Wochen Zeit, um sich vorzubereiten - für ein Spiel wie Dota mit zig verschiedenen Spielfiguren quasi unmöglich. "Ich habe ein paar Spiele gespielt und mir einige Sachen zeigen lassen, aber das allein reicht nicht. Also habe ich mich vor allem eingelesen und auf das Beste gehofft", sagt Dawson. Am Ende verlief "der große Fehler" besser als erwartet: "Eigentlich habe ich die ganze Zeit nur erzählt, was gerade auf dem Bildschirm passiert, auch wenn ich die Hälfte gar nicht verstanden habe - Affe sieht, Affe tut. Die Experten sind mir dann zur Seite gesprungen und haben die Details ergänzt."

"Reich wird damit niemand"

Als Dawson aus Singapur zurückkam, war er nicht nur Fan von Dota, sondern auch einer der ersten englischsprachigen Caster, die sich überhaupt mit dem Spiel befassten. Dota war zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenständiger Titel, sondern eine Fan-Modifikation für Warcraft 3, die sich immer größerer Beliebtheit erfreute. Tagsüber arbeitete Dawson in einem Spieleladen, am Wochenende packte er seinen Rechner ins Auto und fuhr auf LAN-Partys und organisierte lokale Dota-Events. Jeden Abend verbrachte er vor aktuellen Partien, kommentierte sie und stellte die Aufnahmen anschließend wieder ins Netz.

Der Lohn waren wenig Schlaf, hohe Internetkosten und nächtliche Polizeibesuche, wenn Dawson im Eifer des Gefechts wieder einmal etwas lauter wurde. "Ich habe jahrelang durch die Sache mehr Geld verloren als eingenommen", sagt Dawson und fügt hinzu: "Bis heute sage ich allen, die diesen Weg einschlagen wollen: Macht es aus Leidenschaft und bloß nicht des Geldes wegen. E-Sport entwickelt sich weiter, die Preisgelder steigen und Plattformen wie Twitch machen das Kommentieren einfacher denn je, aber reich wird damit kaum jemand."

Dawson weiß, wovon er spricht. Es dauerte sechs Jahre, bis er 2011 endlich die Chance bekam, sein Hobby zum Beruf zu machen. Das Spielestudio Valve hatte sich mittlerweile die Rechte an Dota gesichert und plante, bald einen offiziellen Nachfolger herauszubringen. Gleichzeitig suchte das Berliner Unternehmen Freaks 4U Gaming nach jemandem, der mit joinDOTA ein neues Portal aufbauen konnte. Dawson zögerte nicht lange, siedelte aus einer australischen Kleinstadt ins beschauliche Spandau über und bekam erstmals in seinem Leben ein monatliches Gehalt, um Games zu kommentieren. Noch im gleichen Jahr fand in Köln auf der Spielemesse Gamescom die erste Ausgabe des von Valve gesponserten Turniers The International statt - Dawson kommentierte jedes Spiel vor Ort.

 Dota-Caster TobiWan: Sein Ziel ist die UnsterblichkeitEin Leben zwischen Hotelzimmer und Studio 

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Analysator 21. Nov 2015

Wenn man mit etwas Humor rangeht, ist Fritz einer der Besten :) Was (Sky) angeht, ist es...

Analysator 21. Nov 2015

uiuiui! Und ich kenne Toby nicht. Gruß von der "UI Reif? UI Stadionton!" Fraktion :)

TarikVaineTree 20. Nov 2015

Klar: https://youtu.be/CMhCMSzXqSo

Bautz 20. Nov 2015

Ich finde die Radio-Sendungen erheblich besser ... was da teilweise an Begeisterung rüber...

moppi 20. Nov 2015

ich sprech vom anime weil das sich die meisten am ehstern ankucken würden als ein paar...



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