Dortmund: Nutzung von Google-Diensten an einer von 7 Schulen verboten

Mehrere Schulen in Dortmund nutzen die Lernplattform Google Education, doch nur einer wurde dies aus Datenschutzbedenken untersagt.

Artikel veröffentlicht am ,
Warum gelten Datenschutzbedenken nur an einer Schule?
Warum gelten Datenschutzbedenken nur an einer Schule? (Bild: Jan Vasek/Pixabay)

Ein Gymnasium in Dortmund darf die Lernplattform Google Education nach Datenschutzbedenken nicht mehr nutzen. Das hatte die Bezirksregierung Arnsberg im August entschieden. Allerdings dürfen mehrere andere Schulen in Dortmund Googles Lernplattform weiter nutzen, als wäre nichts geschehen.

Stellenmarkt
  1. Java Softwareentwickler (m/w/d)
    Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Siegsdorf
  2. (Senior) Berater (m/w/d) im Bereich Geschäftsprozessanalyse und Prozessoptimierung
    PROTEMA Unternehmensberatung GmbH, Stuttgart-Degerloch
Detailsuche

Das Gymnasium an der Schweizer Allee (Gadsa) in Dortmund hatte im vergangenen Jahr mit Beginn der Coronapandemie die Lernplattform Google Education eingeführt und konnte so den Distanzunterricht bewältigen. Bei dem Dienst handelt es sich letztlich um eine für Schulen angepasste Version der cloudbasierten Office-Umgebung von Google, dem Google Workspace (früher G Suite). Technisch seien Schüler, Lehrkräfte und Elternvertreter weitgehend zufrieden mit der Plattform gewesen. Allerdings gab es auch Eltern, die Datenschutzbedenken äußerten.

Beschwerde vor dem Petitionsausschuss NRW

Ein Elternteil wandte sich an den Petitionsausschuss des Landtages in Nordrhein-Westfalen. Dieser teilte die Datenschutzbedenken und setzte sich mit der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg in Verbindung."In Dortmund gab es Bedenken einzelner Eltern hinsichtlich der Einhaltung der DSGVO bei der Benutzung der G-Suite von Google, so dass die Bezirksregierung Arnsberg anlassbezogen beraten hat", sagte Christoph Söbbeler, Leiter der Pressestelle der Bezirksregierung, der Lokalzeitung Ruhrnachrichten (Paywall).

"Dabei hat sich die Bezirksregierung Arnsberg an den Datenschutzbedenken des Petitionsausschusses orientiert, wobei diese Position von den behördlich bestellten Beauftragten für den schulischen Datenschutz geteilt wurde", betonte Söbbeler. Die Nutzung von Googles Lernplattform wurde am Gymnasium an der Schweizer Allee untersagt.

Mehrere Schulen in Dortmund setzen weiterhin Google Education ein

Golem Akademie
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator
    13.-16. Dezember 2021, online
  2. Terraform mit AWS
    14.-15. Dezember 2021, online
  3. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Laut den Ruhrnachrichten arbeiten in Dortmund allerdings mindestens sieben weiterführende Schulen mit dem Dienst von Google. Eine konkrete Zahl konnte Söbbeler auf Nachfrage von Golem.de nicht nennen, da eine zentrale Erfassung der Verwendung der unterschiedlichen Lernplattformen nicht erfolge. Die Schulen entschieden eigenständig.

Für die anderen Schulen gilt die Entscheidung demnach nicht: "Die Bezirksregierung hat damit schulfachlich und juristisch auf diese kontroverse Einzelfallsituation am Gymnasium Schweizer Allee in Dortmund reagiert. Daher ist augenblicklich keine Weisung gegenüber anderen Schulen beabsichtigt", erklärte Söbbeler Golem.de.

Das wundert unter anderem den Medienpädagogen Daniel Schlep aus Dortmund: "Das ist doch völlig unlogisch. Für mich ist das ein Präzedenzfall. Wir haben schließlich eine Datenschutzgrundverordnung." Plattformen wie Google Education seien in Politik, Verwaltung und Schule nicht benutzbar. "Das wissen die Leute auch, aber keiner greift so richtig durch."

Hacking & Security: Das umfassende Handbuch. 2. aktualisierte Auflage des IT-Standardwerks (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Eine ähnliche Diskussion wurde bereits um Microsoft 365 an Schulen geführt, auch hier gab es massive Datenschutzbedenken. Der Landesdatenschutzbeauftragte aus Baden-Württemberg, Stefan Brink, hatte daraufhin ein dreimonatiges Pilotprojekt des Kultusministeriums begleitet und untersucht, ob die für Schulen angepasste Variante von Microsofts Cloud-Dienst die Anforderungen an den Datenschutz erfüllt. Sie tut es nicht. In seinem Fazit spricht Brink von einem inakzeptablen Risiko.

Dabei stellen etliche Länder selbst Lernplattformen bereit. Das gelte auch für Nordrhein-Westfalen, betonte Söbbeler: "Den Schulen steht mit der Lernplattform des Landes "Logineo" auf jeden Fall eine datenschutzkonforme Plattform zur Verfügung."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Chim67 26. Sep 2021 / Themenstart

noch besser als iPads würde mir Chromebooks gefallen. Diese sind noch sicherer...

Jakelandiar 23. Sep 2021 / Themenstart

Zitat warum z.B. Microsoft rausfällt: "Die Schulen hätten bei MS 365 keine vollständige...

_2xs 23. Sep 2021 / Themenstart

Also ob es in Irgendeiner Art und Weise hier um den Schutz der Kinder ging. Irgendein...

AllDayPiano 23. Sep 2021 / Themenstart

Ersetzte mal "Deutschland" durch EU, also einem der größten Märkte weltweit. Dann wird...

486dx4-160 23. Sep 2021 / Themenstart

Ich kann die wirklich hervorragenden Produkte der sympathischen Firma Google auch nur...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Linux: Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme
    Linux
    Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme

    Ein häufig vorkommender Fehler in C-Code hat einen Google-Entwickler motiviert, über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

  2. Social-Media-Plattform: Paypal will Pinterest kaufen
    Social-Media-Plattform
    Paypal will Pinterest kaufen

    Der Zahlungsabwickler Paypal soll bereit sein, 45 Milliarden US-Dollar für den Betreiber digitaler Pinnwände zu bezahlen.

  3. Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
    Pixel 6 (Pro)
    Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

    Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /