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Dorothee Bär: Netzbetreiber werden über 100 MBit/s angeblich kaum los

Der Koalitionsvertrag sieht einiges für den Netzausbau in Deutschland vor. Wir haben uns angesehen, was davon zu halten ist und mit Dorothee Bär über die Ergebnisse gesprochen.

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Die Staatssekretärin Dorothee Bär während der Koalitionsverhandlungen
Die Staatssekretärin Dorothee Bär während der Koalitionsverhandlungen (Bild: Carsten Koall/Getty Images)

Deutschland hat bekanntlich kaum Fiber-To-The-Home-Zugänge (FTTH) für private Haushalte. Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium, sprach mit Golem.de über die Gründe dafür und was die neue Regierung dagegen tun will: "Als besonders wichtig sehe ich den schnellen Anschluss von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten. Dort werden heute schon Gigabit-Bandbreiten benötigt. Und wenn die Schülerinnen und Schüler erst einmal Erfahrungen mit dem Gigabitnetz gesammelt haben, bin ich guter Hoffnung, dass Privathaushalte sich auch für die schnellen Anschlüsse entscheiden. Im Moment haben wir ja das Problem, dass die Telekommunikationsunternehmen auch ihre 100 oder 200 MBit/s-Anschlüsse nicht loswerden."

Inhalt:
  1. Dorothee Bär: Netzbetreiber werden über 100 MBit/s angeblich kaum los
  2. Stadtnetzbetreiber eher kritisch

Mitte des Jahres 2017 standen laut Bundesnetzagentur erst rund 2,7 Millionen Haushalten solche Anschlüsse zur Verfügung. Genutzt hat diese nur knapp ein Viertel der Haushalte. Dagegen berichten die TV-Kabelnetzbetreiber von einer sehr hohen Nachfrage für schnelle Internetzugänge. Auch die Deutsche Telekom freut sich über eine starke Nachfrage für ihre Vectoring-Anschlüsse mit 100 MBit/s. Der bayrische Stadtnetzbetreiber M-net hat 100.000 Glasfaseranschlüsse mit FTTB/H (Fiber To The Building/Home) verkauft, wurde im Dezember 2017 berichtet. So konnte M-net seinen FTTB/H-Kundenbestand in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppeln.

Glasfaser - Förderung bleibt beim Alten

Im Koalitionsvertrag sei laut Bär das Ziel des flächendeckenden Ausbaus mit Gigabit-Netzen bis 2025 festgeschrieben worden. "Wir wollen im Zuge des Netzinfrastrukturwechsels Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde möglichst bis zum Haus, bringen. Wir werden darüber hinaus darauf achten, dass die öffentlichen Fördermittel ausschließlich mit Glasfasertechnologie ausgebaut werden. Gerade der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden." Die Förderverfahren würden so gestaltet, dass unterversorgte Gebiete in ländlichen Regionen systematisch ausgebaut werden.

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) vermisste am 7. Februar in der aktuellen Fassung des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD eine klare Aussage dazu, dass mit Gigabitnetzen symmetrische Bandbreiten in dieser Größenordnung und Latenzen unter 1 Millisekunde gemeint sind.

Stadtnetzbetreiber eher kritisch 
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