Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Dorothee Bär: Daten von Kindern sollen im Internet besser geschützt werden

Deutschlands Digital-Staatsministerin Dorothee Bär will Kinder im Internet besser schützen: Persönliche Daten sollen nicht mehr für die Erstellung von Nutzerprofilen oder zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Die FDP hält ein Verbot für kontraproduktiv.
/ Tobias Költzsch und dpa
19 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Staatsministerin Dorothee Bär während einer Kabinettssitzung Ende November 2019 (Bild: Adam Berry/Getty Images)
Staatsministerin Dorothee Bär während einer Kabinettssitzung Ende November 2019 Bild: Adam Berry/Getty Images

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) hat sich für klare Regeln zum Schutz persönlicher Daten von Kindern im Internet ausgesprochen. "Die Nutzung von persönlichen Daten von Kindern und Jugendlichen zu Werbezwecken oder für die Erstellung von Persönlichkeits- oder Nutzerprofilen muss klar und eindeutig verboten sein", sagte Bär dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) am 7. Dezember 2019. "Jugendliche und Kinder, die die virtuelle Umgebung des Internets oftmals auch als Testgebiet für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit nutzen, sind besonders schutzbedürftig."

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat jüngst in einem Positionspapier (PDF)(öffnet im neuen Fenster) zur europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gefordert, das "besondere Schutzbedürfnis von Kindern" stärker zu berücksichtigen. Zwar seien in der DSGVO bereits Restriktionen für die Verarbeitung von Daten von Kindern angelegt, diese griffen jedoch oftmals zu kurz, heißt es in dem Papier.

Eine "Verarbeitung von Daten von Kindern zu Werbezwecken oder für die Erstellung von Persönlichkeits- oder Nutzerprofilen" solle grundsätzlich ausgeschlossen sein, fordert der Bundesverband. Die DSGVO gilt seit dem 25. Mai 2018. Sie regelt im Kern die Verarbeitung personenbezogener Daten etwa durch Firmen, Organisationen oder Vereine.

FDP sieht Verbot kritisch

Die FDP äußerte sich kritisch zu Verboten im Internet. "Sie sind kaum durchsetzbar und führen meistens zu Ausweichbewegungen. Daher sind Verbote und Pflichten im Netz zumeist kontraproduktiv", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frank Sitta dem Handelsblatt.

"Viele Plattformen, die digitale Angebote bieten, reagieren bereits mit kindergerechten Versionen ihrer Produkte." Der beste Schutz für Kinder und Jugendliche seien Bildung und ein "gesunder" Umgang mit digitalen Medien im Elternhaus, fügte Sitta hinzu. Statt Verboten sprach er sich für ein eigenes Schulfach für digitale Kompetenzen aus.


Relevante Themen