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Dorfauto im Hunsrück: Verkehrswende geht auch auf dem Land

Carsharing funktioniert auf dem Land genauso gut wie in der Stadt - mit Elektroautos. Acht Gemeinden des Rhein-Hunsrück-Kreises machen vor, wie das geht.

Ein Bericht von Daniela Becker veröffentlicht am
So sieht es aus: das Dorfauto gegen die Reichweitenangst.
So sieht es aus: das Dorfauto gegen die Reichweitenangst. (Bild: Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis)

"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht", weder im Hunsrück noch anderswo. Soll heißen: Unbekanntem gegenüber reagieren Menschen meist skeptisch oder ablehnend. Das mag ein Grund sein, warum in Deutschland die Verkaufszahlen von E-Autos trotz starker staatlicher Förderung lange recht langsam gestiegen sind. Manche Leute haben Angst, auf der Strecke zu bleiben, wenn der Akku schlapp macht: "Reichweitenangst" heißt das dann.

Inhalt:
  1. Dorfauto im Hunsrück: Verkehrswende geht auch auf dem Land
  2. Gute Erfahrungen mit Elektroautos
  3. Ohne Auto geht es nicht auf dem Land

Wie funktioniert das mit dem Laden? Wie lange fährt das Auto? Wie ist das Fahrgefühl? Wer sein Leben lang nur Benziner oder Diesel gefahren ist, kommt vielleicht gar nicht erst auf die Idee, etwas anderes zu kaufen.

Hier setzt das Projekt Dorfauto im Hunsrück an. Es will die Praxistauglichkeit der Elektromobilität individuell überprüfbar und erfahrbar machen und gleichzeitig Car-Sharing im ländlichen Raum etablieren. Beide Ziele seien schon nach wenigen Monaten erreicht worden, sagen die Projektleiter.

Ohne eigenes Auto schnell zum Einkaufen, etwas Sperriges transportieren oder mit Freunden einen Ausflug machen: In acht Gemeinden des Rhein-Hunsrück-Kreises ist das seit geraumer Zeit kein Problem mehr. Die Gemeindeverwaltungen verleihen kostenlos Elektroautos. Das Car-Sharing-Angebot ergänzt den Busverkehr und ermöglicht es Menschen, ohne eigenes Auto unterwegs zu sein.

Einfach ausprobieren

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"Wir wollen insbesondere Leute erreichen, die Vorbehalte gegen elektrisches Fahren haben, und ihnen die Chance geben, das in der Praxis ohne Hürden ganz einfach mal auszuprobieren", erklärt der Referent für Kommunikation der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Axel Bernatzki.

Die Kosten für die acht elektrischen Renault Kangoo Maxi übernimmt der Landkreis. "Wir haben einen Allrounder fürs Dorf ausgewählt, der über eine zweite Sitzbank verfügt, so dass man auch mal vier Kinder zum Fußballtraining, Schützenvereinsmitglieder zum Wettbewerb fahren und auch den Kofferraum ordentlich vollladen kann", sagt der Klimaschutzmanager des Rhein-Hunsrück-Kreises, Frank-Michael Uhle.

Die Resonanz war offenbar von Beginn an gut. "Wir haben zum Beispiel einen ganz kleinen teilnehmenden Ort, dort sind schon 60 Prozent der Führerscheininhaber registriert", sagt Bernatzki. Die Autos stehen jeweils zwölf Monate lang in acht Gemeinden jeweils an einer Ladesäule. Danach kommen sie in die nächsten Dörfer. In einem Zeitraum von drei Jahren können so Bürger in 24 Gemeinden mit den Autos fahren. Geladen wird mit Ökostrom, der aus den Photovoltaik-Anlagen auf den Gemeindedächern stammt.

Die Fahrzeuge können über eine Handy-App gebucht werden. Theoretisch könnten sie regelmäßig durchgebucht oder auch für Urlaubsfahrten genutzt werden. Einfach mal ausprobieren - das ist das Motto des Projekts.

Die anderen wollen auch mal

Falls jemand das System unverhältnismäßig nutzt und anderen so die Chance zum Ausprobieren nimmt, muss ein sogenannter Kümmerer eingreifen. In jedem Dorf gibt es mindestens einen solchen Ansprechpartner, der Neulinge in das Auto einweist, zeigt wie der Ladestecker funktioniert und der alle anderen Fragen beantwortet.

Dass mit den Kümmerern so großer Wert auf die soziale Komponente gelegt wird, ist kein Zufall.

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Gute Erfahrungen mit Elektroautos 
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Ykandor 28. Dez 2020 / Themenstart

Wo ist dieses Dorf denn? Damit man es meiden kann. Klar gibt es so was auch, aber nicht...

GasLoop 24. Dez 2020 / Themenstart

Tut mir leid, @McWiesel, aber du sprichst von Sonderfällen. Die wenigsten haben ein...

dummzeuch 22. Dez 2020 / Themenstart

Vielleicht habe ich den Artikel falsch verstanden, aber ich lese da, dass es ein Versuch...

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