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Dooring: Bundesregierung will Türwarnsysteme verpflichtend machen

Jährlich verunfallen zahlreiche Radfahrer durch unachtsam geöffnete Autotüren – die Bundesregierung will Warnsysteme zur Pflicht machen.
/ Tobias Költzsch
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Durch unachtsam geöffnete Türen gibt es Jahr für Jahr viele Unfälle in Deutschland. (Bild: Pexels)
Durch unachtsam geöffnete Türen gibt es Jahr für Jahr viele Unfälle in Deutschland. Bild: Pexels / Pexels-Lizenz

Die Bundesregierung will mithilfe technischer Hilfsmittel gegen sogenannte Dooring-Unfälle vorgehen. Damit werden Unfälle bezeichnet, in denen Radfahrer, aber auch Motorrad- und Rollerfahrer durch plötzlich geöffnete Autotüren verunglücken.

In Deutschland rückte das Thema seit dem Herbst in den Fokus, nachdem die Schauspielerin Wanda Perdelwitz nach einem Dooring-Unfall in Hamburg verstorben war. Perdelwitz war gegen eine plötzlich geöffnete Beifahrertür geprallt.

Die Bundesregierung will, dass Türwarnsysteme in Autos verpflichtend werden, wie die Rheinische Post(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bestätigte der Zeitung die Pläne. Derartige Systeme könnten nach dem Parken die Bereiche rund um die Tür, vor allem auch nach hinten, überwachen.

Keine bundesweite Dooring-Statistik

Bei Annäherung eines Zweirads sollen die Insassen des Fahrzeugs rechtzeitig gewarnt werden. Die Bundesregierung will der Sprecherin von Verkehrsminister Schnieder zufolge "die Zahl der Unfälle durch unachtsames Türöffnen deutlich reduzieren" . Eine bundesweite Statistik gibt es nicht, in Berlin gab es 2024 insgesamt 435 Dooring-Unfälle, in Köln rund 120.

"Die Bundesregierung bearbeitet dieses Thema mit hoher Priorität" , so die Sprecherin. Da ein verpflichtendes Türwarnsystem aber wohl nur für Neufahrzeuge gelten würde, dürfte es dauern, bis das System so flächendeckend zum Einsatz kommt, dass es tatsächlich etwas bringt. Darauf weist auch der ADAC hin.

Einige Automobilhersteller bieten zudem schon Türwarnsysteme an, allerdings als kostenpflichtige Option. Eine einfachere Möglichkeit, Dooring-Unfälle zu verhindern, ist der sogenannte Holländische Griff(öffnet im neuen Fenster) : Dabei wird die Tür immer mit der abgewandten Hand geöffnet.

Holländischer Griff kann Unfälle verringern

Wenn Fahrer die Tür mit der rechten Hand und Beifahrer sie mit der linken Hand öffnen, dreht sich der Körper automatisch beim Öffnen zur Seite – und damit zur Straße hin. So kann beim Öffnen der Tür über den Schulterblick eingesehen werden, ob sich ein Zweirad nähert.


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