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Donut Lab: Ignoriert diese Tech-Clowns doch endlich

Noch eine Firma behauptet – frei von überprüfbaren Fakten -, den großen Durchbruch bei Festkörperakkus gemacht zu haben. Das muss aufhören.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Eine Luftnummer? Der Festkörperakku soll günstig sein, 400 Wh/kg haben und 100.000 Ladezyklen aushalten. (Bild: Marcus Friedrich from Pixabay)
Eine Luftnummer? Der Festkörperakku soll günstig sein, 400 Wh/kg haben und 100.000 Ladezyklen aushalten. Bild: Marcus Friedrich from Pixabay
Inhalt
  1. Donut Lab: Ignoriert diese Tech-Clowns doch endlich
  2. 'Fake it till you make it' darf nicht funktionieren

Nachdem ich immer wieder gefragt wurde: Der Akku einer Firma(öffnet im neuen Fenster) , die nach runden Krapfen mit Loch benannt wurde (in der Überschrift steht der Name) und auf der diesjährigen CES die "weltweit erste vollständig festkörperbasierte Batterie, jetzt bereit, Serienfahrzeuge anzutreiben" , vorgestellt hat, ist natürlich fast garantiert Unsinn.

Es soll ein Festkörperakku mit 400 Wh/kg und 100.000 Ladezyklen sein. Die Technik soll billig sein und nur auf reichlich vorhandenen Rohstoffen basieren, die nicht genannt werden. Es gibt keine detaillierten Angaben zur verwendeten Technik. Es gibt keine Tests von unabhängigen Stellen. Der niedrige Preis ist bloße Behauptung. Es gibt keine Fabrik und die Produktionsanlagen der Prototypen werden auch nicht gezeigt.

Es gibt nur die Behauptung, dass die Akkus verfügbar seien und die Produktion leicht umsetzbar. Die Zahl von 100.000 Ladezyklen ist offensichtlich wild aus der Luft gegriffen, ohne konkrete Angaben zum Testzyklus. Der Behauptung von 5 Minuten bis zum vollen Akku widerspricht die Firma schon mit einem eigenen Diagramm, das nach 300 Sekunden nur 85 Prozent Ladestand zeigt. Ein Motorrad mit dem Akku braucht angeblich 10 Minuten für den Ladevorgang.

Nicht mal Quantumscape war so peinlich

Übrigens hat ein Jahr nur rund 500.000 Minuten. Wurde der Akku zwei Jahre lang alle 5 Minuten be- und entladen, um die 100.000 Ladezyklen zu demonstrieren? Wo sind die dabei gemessenen Daten? Warum wird das Motorrad, das als Beweis gelten soll, nicht unabhängigen Testern zwecks Demontage und Untersuchung zur freien Verfügung gestellt? Es wurde ihnen sogar auf Linkedin angeboten.(öffnet im neuen Fenster) Was genau ist überhaupt in den Akkus drin?

Wo sind die Kurven zum Spannungsverlauf während des Lade- und Endladevorgangs? Das kann kein Firmengeheimnis sein, wenn der Akku verkauft werden soll, auch wenn sich damit die verwendete Akkuchemie eingrenzen lässt. Schon auf einfachste Fragen gibt es im öffentlichen Auftritt der Firma keine Antworten. Das Unternehmen agiert so, als könne es sich vor Kritik schützen, wenn nichts Konkretes gesagt wird. Nicht mal Quantumscape erreichte dieses Niveau von Peinlichkeit.

Eigentlich sind solche Firmen noch nicht mal Clowns. Denn was sie tun, ist nicht lustig, sondern in der Vorhersagbarkeit fast schon langweilig.


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