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Donkey Kong Bananza im Test: Affenstarke Primatenpower

Donkey Kong zerlegt nicht nur Wände, sondern auch altbekannte Spielprinzipien. In Bananza zeigt der Affe, dass er mehr kann als hüpfen.
/ Peter Steinlechner
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Szene aus Donkey Kong Bananza (Bild: Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
Szene aus Donkey Kong Bananza Bild: Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de

Donkey Kong ist einer der alten Helden von Nintendo. Früher hat er sich durch den Dschungel geprügelt, heute fährt er erstaunlich oft ganz vorn im Feld von Mario Kart World mit – zumindest bei uns.

Auch deshalb haben wir den Affen wieder so richtig auf dem Schirm. Zufall, Können oder "Gorilla-Marketing" für das nächste Spiel? Jedenfalls schwingt sich das Zottelvieh nun vom Pilotensitz ins eigene Actionspiel: in Donkey Kong Bananza für die Nintendo Switch 2.

Der Titel ist laut Nintendo-Angaben im selben Team entstanden wie Super Mario Odyssey. Schon nach den ersten Minuten wird allerdings klar: Bananza ist kein Abklatsch, sondern ein eigenständiges Abenteuer.

Eines der zentralen Spielelemente ist Zerstörung. Fast jeder Teil der Umgebung besteht aus Voxeln, die sich in alle Richtungen zerlegen lassen. Als Affe graben wir uns durch das Erdreich, zerschlagen Felspfeiler, legen verborgene Wege frei und reißen riesige Brocken aus dem Boden.

Doof: Ausgerechnet im ersten Abschnitt macht das vergleichsweise wenig Spaß. Da müssen wir uns unterirdisch einen Weg bahnen, was wegen Kameraproblemen und Clippingfehlern tatsächlich unterirdisch ist.

Offensichtlich sollen wir hier eine zentrale Spielmechanik lernen. Allerdings brauchen wir die später relativ selten – außer für die Suche nach Extras. Wir haben darauf verzichtet und Kong meist auf der Erdoberfläche gesteuert.

Nach dem gut einstündigen Auftakt geht es unbeschwert weiter. In späteren Umgebungen müssen wir uns nicht so oft eingraben, sondern unter anderem Felsbrocken aus der Wand reißen, um Gegner zu bewerfen oder um Sprungschanzen zu bauen. In den Situationen funktioniert die Steuerung gut.

Kong macht sich im Rahmen der Handlung mit einem kleinen Mädchen als Begleitung auf zum Mittelpunkt des Planenten, der wie eine Zwiebel aufgebaut ist. Die einzelnen Abschnitte sehen aus wie Biome in anderen Spielen, nach Bergwerk fühlt sich das selten an.

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Wir sind in einem an klassische Wälder erinnernden Szenario unterwegs, ebenso in einer Wüsten- und in einer Eiswelt. Die Herausforderung ist, den Weg zu finden und freizuschalten, indem wir die schon genannten Schanzen bauen, Felswände hochklettern oder Sprungpassagen absolvieren.

Hinzu kommen vermeidbare Kämpfe gegen Standardgegner, sowie unvermeidbare und aufwendig in Szene gesetzte Duelle mit Obermonstern. Letztere sind sehr fair, wir haben jeden Bosskampf im ersten Anlauf geschafft. Die Handlung dauert mindestens 15 Stunden, der Wiederspielwert ist wegen der vielen versteckten Extras ziemlich hoch.

Kong ist nicht nur als Affe unterwegs, sondern galoppiert auch mal als Zebra durch ein Savannen-Areal oder fliegt als Strauß durch einen unterirdischen Canyon. Diese Verwandlungen erweitern das Moveset deutlich – etwa durch längere Sprünge, schnellere Drehattacken oder neue Perspektiven.

Donkey Kong Bananza: Verfügbarkeit und Fazit

Technisch ist das Ganze durchaus ambitioniert, und das merkt man leider auch. Vor allem bei großflächiger Zerstörung geht die Bildrate manchmal leicht in die Knie; in einigen Arealen brauchen Schatten und Details einen Moment, bis sie nachladen.

Nintendo selbst sagt zu dem Problem, dass es nicht auf Kosten der Spielbarkeit gehe. Das können wir bestätigen. Dennoch merkt man, dass hier nicht dieselbe technische Politur stattgefunden hat wie bei einem Super-Mario-Starttitel.

Koop wird unterstützt: Im lokalen Zweispielermodus kann ein weiterer Spieler zum Beispiel Diddy übernehmen. Die Steuerung bleibt simpel, das Spiel passt sich gut an. Besonders bei Rätseln ergeben sich neue Herangehensweisen, etwa wenn ein Spieler eine Wand sprengt und der andere zeitgleich eine Plattform aktiviert.

Donkey Kong Bananza erscheint am 17. Juli 2025 für Nintendo Switch 2 und kostet rund 70 Euro. Die Downloadversion belegt etwa 8,7 GByte auf der Speicherkarte. Es gibt eine ein bisschen gut gemachte deutsche Sprachausgabe, die meisten Figuren verwenden eine Phantasiesprache. Die USK hat eine Freigabe ab sechs Jahren erteilt.

Fazit

Auch für uns als langjährige Fans von Donkey Kong ist Bananza mehr als Retrofutter. Das 3D-Abenteuer spielt sich frisch, clever und eigenständig. Kong ist kein verkappter Mario, sondern ein echter Affe mit großen und starken Fäusten.

Die Level sind witzig designt und spielerisch präzise aufgebaut. Es gibt stets klare Ziele, ebenso fordernde wie faire Passagen und jede Menge Abwechslung.

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Hinzu kommen die schön animierten Figuren, eine hübsche Welt und viele kleine Ideen, teilweise mit nostalgischem Charme. Bananza wirkt wie ein Spiel, das etwas Eigenes will, man merkt das in fast jedem Level.

Ein paar technische Patzer wie flackernde Schatten oder gelegentliche Ruckler stören den Gesamteindruck. Auch das Menüdesign und die Präsentation zwischen den Levels wirken eher wie B-Ware. Trotzdem: Wer ein gut gelauntes, durchdachtes Actionspiel mit Affenzahn sucht, kann zugreifen.


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