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Donau: Ungarns AKW Paks entgeht in Hitzewelle knapp der Abschaltung

Nur wenige Millimeter haben das einzige Atomkraftwerk Ungarns vor dem kompletten Shutdown bewahrt: Paks läuft nur noch mit einer Turbine.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Das ungarische Atomkraftwerk Paks (Bild: Janos Kummer/Getty Images)
Das ungarische Atomkraftwerk Paks Bild: Janos Kummer/Getty Images

Das ungarische Atomkraftwerk Paks ist infolge des niedrigen Wasserstands der Donau knapp der Totalabschaltung entgangen. "Morgens gegen halb zwei waren wir nur wenige Millimeter von der vollständigen Abschaltung entfernt", schrieb Ministerpräsident Peter Magyar auf seiner Facebook-Seite(öffnet im neuen Fenster). "Doch dann fand das Absinken des Wasserstands (der Donau) ein Ende, und am Morgen stieg er um 1,5 Zentimeter."

Derzeit würde das AKW, das normalerweise für ein Drittel des Stromverbrauchs des Landes aufkommt, "unter sicheren Umständen seine letzte Turbine betreiben", fügte Magyar hinzu. Das AKW Paks mit seinen vier Reaktorblöcken liegt etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest und bezieht sein Kühlwasser aus der Donau. Deren Pegel befindet sich in Ungarn derzeit auf historischen Tiefständen.

Ungarn wird gegenwärtig wie auch andere Länder des Kontinents von einer Hitzewelle erfasst. Mit dem Betrieb der einen Turbine beläuft sich die Leistung des AKW Paks auf 240 Megawatt, was nach Angaben des ungarischen Landesenergieamts (OAH) gerade einmal zwölf Prozent der Gesamtleistung im Normalbetrieb entspricht.

AKW Paks stand kurz vor der Abschaltung

Am vergangenen Wochenende bestand noch die Wahrscheinlichkeit, dass Paks wegen des niedrigen Wasserstands der Donau früher oder später völlig heruntergefahren werden muss. Es wäre dies die erste Komplettabschaltung seit Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks im Jahr 1982 gewesen. Seit der Nacht zum 4. Juli 2026 steigen jedoch die Wasserstände der Donau in Ungarn wieder geringfügig an.

Der Minimalbetrieb des einzigen AKWs in Ungarn führt dennoch zu erheblichen Lücken in der Stromproduktion. Abschaltungen oder angeordnete Drosselungen gibt es aber derzeit keine. Regierungschef Magyar hatte schon vor mehreren Tagen Wirtschaft und Bevölkerung dazu aufgefordert, mit dem Stromverbrauch sparsam umzugehen.

Zahllose Unternehmen führten Maßnahmen durch, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, vor allem in den abendlichen Spitzenzeiten. Nach Angaben Magyars vom Montagabend verbraucht das Land derzeit um mehr als 500 Megawatt weniger als unter normalen Umständen an einem Sommertag.


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