Donald Trump: USA wollen ihre Überlegenheit im Weltraum sichern

US-Präsident Donald Trump hat eine Verordnung erlassen, laut der die USA nicht nur mit dem Bau einer Basis auf dem Mond bis zum Jahr 2030 beginnen sollen. In der Exekutivanordnung zur Sicherstellung der amerikanischen Weltraumüberlegenheit ( Ensuring American Space Superiority(öffnet im neuen Fenster) ) vom 18. Dezember 2025 geht es auch um die Internationale Raumstation ISS, eine neue Raketenabwehrtechnologie und weitere Investitionen in die US-amerikanische Raumfahrtindustrie.
Trump fordert "mindestens 50 Milliarden Dollar zusätzlicher Investitionen in die amerikanischen Raumfahrtmärkte" bis zum Jahr 2028. Damit soll die Frequenz von Raketenstarts und ‑landungen gesteigert werden, obwohl sich diese mit 193 erfolgreichen Orbitalstarts(öffnet im neuen Fenster) bereits auf einem Allzeithoch befindet.
Vor allem das US-Unternehmen SpaceX hat hier eine Führungsrolle. Doch auch China verbuchte in diesem Jahr bereits 84 erfolgreiche Raketenstarts und brach damit seinen eigenen Rekord. Auf dem dritten Platz liegt Russland, wobei das Land nur 15 Orbitalmissionen erfolgreich absolvierte.
Golden Dome: Raketenabwehr für die USA
Die Exekutivanordnung betont außerdem die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeiten der Vereinigten Staaten im Weltraum zu stärken. So ist die Entwicklung und Erprobung von Prototypen der nächsten Generation von Raketenabwehrtechnologien bis 2028 vorgesehen.
Damit soll die amerikanische "Luft- und Raketenabwehr gemäß Executive Order 14186 vom 27. Januar 2025 (The Iron Dome for America) schrittweise und materiell" verbessert werden. Trump bezeichnete einen solchen Raketenabwehrschild als Goldene Kuppel (Golden Dome) für das Land.
Der Golden Dome soll 175 Milliarden Dollar kosten und etwa drei Jahre in der Entwicklung benötigen. Einige Experten gehen jedoch davon aus, dass sich der Preis um ein Vielfaches erhöhen könnte. Das Congressional Budget Office veranschlagte bereits 542 Milliarden US-Dollar.
Kommerzielle Raumstation zur Sicherung der US-Präsenz im All
In dem Dokument wird noch einmal die Außerdienststellung der ISS festgelegt. Die letzte Crew soll 2030 die Raumstation verlassen, diese soll von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde mit einem Weltraumschlepper von SpaceX zum kontrollierten Absturz gebracht werden. Als Ersatz für die ISS sollen ein oder mehrere private Außenposten im Erdorbit errichtet werden.
Derzeit sind mehrere Raumfahrtunternehmen mit dem Konzept und dem Bau einer solchen kommerziellen Raumstation beschäftigt . In Planung sind etwa das Orbital Reef von Blue Origin und Sierra Space, das Starlab von Voyager Technologies und Airbus sowie die Axiom Station von Axiom Space.
Die erste Raumstation soll jedoch Haven-1 des US-Unternehmens Vast sein, die bereits 2026 starten soll . Sie soll drei Jahre in Betrieb bleiben und anschließend von der größeren Station Haven-2 abgelöst werden.
90 Tage für die ersten Ergebnisse
Die Executive Order bringt auch die Umsetzung dieses Vorhabens voran. So weist sie die Nasa an, innerhalb von 90 Tagen einen Plan vorzulegen, der erklärt, wie sie die "politischen Ziele in dieser Anordnung bezüglich der weltweiten Vorreiterrolle in der Weltraumforschung und der Erweiterung der menschlichen Reichweite und der amerikanischen Präsenz im Weltraum" erreichen will.
Ebenfalls innerhalb von 90 Tagen muss der neu ernannte Nasa-Administrator Jared Isaacman zusammen mit dem Handelsminister alle Beschaffungsprogramme benennen, die 30 Prozent im Rückstand sind, 30 Prozent über dem Budget liegen, unterdurchschnittlich abschneiden und/oder "nicht mit den Prioritäten in dieser Reihenfolge übereinstimmen, zusammen mit einer Beschreibung ihrer geplanten Minderungs- oder Sanierungsmaßnahmen" .
Die Verordnung hebt zudem Executive Order 14056 auf, die vom damaligen US-Präsidenten Joe Biden am 1. Dezember 2021 erlassen wurde. Bidens Anordnung erneuerte offiziell den National Space Council (NSC), den Trump 2017 nach einer fast ein Vierteljahrhundert währenden Pause in seiner ersten Amtszeit als Präsident wiederbelebte. Die neue Anordnung könnte das Ende des NSC bedeuten, der vom Vizepräsidenten geleitet wird und die Raumfahrtpolitik des Landes steuert.