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Donald Trump: TSMC will 100 Milliarden US-Dollar in US-Fertigung stecken

TSMC hat die Investition bei einem Treffen mit Präsident Donald Trump angekündigt. Taiwans Regierung sieht noch Klärungsbedarf.
/ Johannes Hiltscher
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TSMCs Fab 18 in Taiwan (Bild: TSMC)
TSMCs Fab 18 in Taiwan Bild: TSMC

Der Halbleiterhersteller TSMC will laut CC Wei, CEO des Unternehmens, in den nächsten Jahren 100 Milliarden US-Dollar in seine US-Fertigungskapazitäten stecken, wie der Guardian berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Damit erhöht sich das gesamte US-Investment von TSMC auf 165 Milliarden US-Dollar. Bei der Veranstaltung erklärte Trump, dass TSMC von den von ihm angekündigten Zöllen ausgenommen sei, da das Unternehmen in den USA produziere.

Während der Veranstaltung im Weißen Haus bezeichnete Trump Wei als "Legende" in der Halbleiterindustrie und betonte, dass die Investition Tausende von amerikanischen Arbeitsplätzen schaffen werde. Trump erklärte auch, dass die Ausweitung der heimischen Chipherstellung nationale Sicherheitsbedenken adressiere und den Anteil der USA am globalen Halbleitermarkt erhöhe.

Kritische Stimmen kommen derweil aus Taiwan(öffnet im neuen Fenster) : Die Regierung der Republik China stellte klar, dass TSMC eine Genehmigung für die zugesagten Investitionen benötige. Ein Antrag sei hierzu bislang nicht gestellt worden. Auch stellte Karen Kuo, Sprecherin von Staatspräsident Lai Ching-te, klar, die Regierung werde sicherstellen, dass TSMC mit seinem modernsten Prozess nur in Taiwan fertige .

Ungewohnte Einigkeit herrscht in dieser Frage zwischen der regierenden demokratischen Fortschrittspartei (DPP, Democratic Progress Party) und der oppositionellen Kuomintang. Letztere steht der Volksrepublik China freundlicher gegenüber, ihr Abgeordneter Ko Ju-Chun äußerte allerdings Sorgen bezüglich der künftigen Unterstützung Taiwans durch die USA. Diese sieht er gefährdet, sollte durch eine umfangreichere Verlagerung von TSMCs Produktion in die USA Taiwans geopolitische Bedeutung sinken.

Investitionen fast verdreifacht

Die jetzt angekündigten Investitionen(öffnet im neuen Fenster) bauen auf den früheren Investmentzusagen von TSMC auf, seine geplanten US-Ausgaben um 25 Milliarden US-Dollar auf 65 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.

Die am Montag zugesagten Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar umfassen drei neue Fertigungsanlagen, zwei Packaging-Anlagen und ein großes Zentrum für Forschung und Entwicklung.

US-Halbleiterproduktion erhält großen Schub

TSMC, der weltweit größte Auftrags-Chiphersteller, gründete 2020 erstmals einen Betrieb in Arizona, dessen Produktion Ende 2024 aufgenommen wurde . Die Chips des Unternehmens werden in Smartphones, Fahrzeugsystemen und auch KI-Rechenzentren verwendet.

US-Handelsminister Howard Lutnick, der bei der Ankündigung anwesend war, lobte Trump wiederholt dafür, dass er die Chip-Produktion auf amerikanischen Boden gebracht habe.

TSMC kündigte im vergangenen Jahr an, in seiner zweiten Anlage in Arizona, die voraussichtlich 2028 in Betrieb genommen wird, in 2-Nanometer-Technologie zu fertigen.

Unter der Biden-Regierung bewilligte das Handelsministerium im November 2024 eine staatliche Subvention in Höhe von 6,6 Milliarden US-Dollar für die US-amerikanischen Betriebe von TSMC.

Der Präsident wies auch darauf hin, dass die gegenseitigen Zölle für Kanada und Mexiko am 2. April in Kraft träten, und fügte hinzu, dass Unternehmen aus diesen Ländern die Zölle umgehen könnten, indem sie nach dem Vorbild von TSMC Niederlassungen in den Vereinigten Staaten gründeten.

Nachtrag vom 4. März, 14:30 Uhr:

Wir haben Reaktionen auf die Ankündigung aus Taiwan ergänzt.


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