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Donald Trump: DIW-Präsident für Zölle auf US-Tech-Unternehmen

Nach Donald Trumps Ankündigung von 25 Prozent Zöllen auf Autos werden Rufe nach Gegenzöllen laut – unter anderem auf Google und Meta.
/ Tobias Költzsch
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US-Präsident Donald Trump am 1. Mai 2026 in Florida (Bild: Jim WATSON / AFP via Getty Images)
US-Präsident Donald Trump am 1. Mai 2026 in Florida Bild: Jim WATSON / AFP via Getty Images

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat nach Donald Trumps Ankündigung von höheren Zöllen auf in der EU produzierte Pkw und Lkw Gegenmaßnahmen verlangt. Die EU solle Gegenzölle auf US-Digitalleistungen erheben.

"Trump ist im Augenblick innenpolitisch schwach, daher ist dies spätestens jetzt der Zeitpunkt, um mit Gegenzöllen und insbesondere durch die Besteuerung von US-Tech-Unternehmen Nachteile auszugleichen und sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen", erklärt Fratzscher dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster).

Ursprünglich hatten die USA und die EU sich auf einen Zollsatz von 15 Prozent auf Pkw und Lkw geeinigt. Rund um das Zollabkommen gibt es aber Diskussionsbedarf, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA eine Reihe von Trumps Zollmaßnahmen als rechtswidrig erklärt hatte. Von Anfang an gab es zudem Kritik an den Verhandlungen der EU.

SPD-Berater will abwarten

Donald Trumps Begründung für den nun höheren Zollsatz ist bislang ausgeblieben. Anders als Marcel Fratzscher sieht der Chefberater von SPD-Chef Lars Klingbeil, Jens Südekum, momentan offenbar keinen Grund für Gegenmaßnahmen. "Die EU sollte zunächst einfach abwarten", sagte Südekum. Präsident Trump sei bekannt dafür, "vollmundige Zollandrohungen" auch schnell wieder zurückzunehmen.

Bislang kündigte Trump den neuen Steuersatz nur auf seinem Netzwerk Truth Social an. Ein Gesetz gibt es bislang nicht, entsprechend auch keinen genauen Wortlaut, wie die neuen Zölle nun genau aussehen würden. Grund für die neue Ankündigung dürfte Deutschlands Haltung im Irankrieg sein: Die Bundesregierung unterstützt den US-amerikanischen Militäreinsatz nicht aktiv.

Zahlreiche Experten aus Wirtschaft und Politik warnen vor einem neuen Handelskrieg. Dieser würde Deutschland mit seiner schwachen Konjunktur möglicherweise in eine Rezession stürzen. Allerdings würden auch die Zölle auf Automobile zu einer Verschlechterung der Wirtschaftslage nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Staaten mit starker Autoindustrie führen.

Zölle treffen die eigenen Konsumenten

Zölle werden in der Regel von den Verbrauchern im Land getragen, das sie verhängt: Einer Studie zufolge tragen US-Konsumenten 96 Prozent der Zolllast der von Trump verhängten Zölle. Entsprechend gingen auch Gegenzölle zulasten der europäischen Konsumenten- etwa bei der Verzollung von Digitalprodukten von Google, Meta oder Microsoft. In der Regel werden die Mehrkosten auf die Konsumenten weiterverteilt.

Donald Trump klammert seit jeher bei seiner Außenhandelsberechnung die US-Digitaldienste aus. Das von ihm berechnete Defizit beruht ausschließlich auf physischen Gütern.


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