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Don't Repeat Yourself auf dem Prüfstand:
Das gefährlichste Architekturpattern und du!

Design- und Architekturpattern haben sich seit der berühmten Gang of Four stark verändert. Warum DRY heute nicht mehr das Maß aller Dinge sein darf.
/ Rene Koch
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Wiederholung muss nicht schlecht sein. (Bild: Pixabay)
Wiederholung muss nicht schlecht sein. Bild: Pixabay

Softwareentwicklerinnen und -entwickler lieben Prinzipien. Sie geben Struktur in einer Welt aus Legacy-Code, wechselnden Anforderungen und chaotischen Deployments. Eines dieser Prinzipien hat es geschafft, tief in das kollektive Bewusstsein der Branche einzudringen: Don't Repeat Yourself (DRY) – das Dogma gegen Copy & Paste. Kaum ein Satz fällt in Code-Reviews häufiger, kaum ein Prinzip wird so oft zitiert, zum Beispiel mit "Das steht doch schon woanders, bitte auslagern" . So entstehen Helper, Utilities, Abstraktionen – oft mit dem einzigen Ziel, eine Zeile Code weniger zu haben.

Doch der Preis ist hoch. In unzähligen Projekten wächst ein undurchdringliches Dickicht aus generischen Klassen, abstrakten Services und mehrfach verschachtelten Base-Konstrukten. Die eigentliche Logik verschwindet hinter einer Mauer aus Wiederverwendbarkeit. Was einst als Weg zu Klarheit und Wartbarkeit gedacht war, führt heute häufig zu Überkomplexität, versteckten Abhängigkeiten und Code, den niemand mehr versteht. DRY ist damit längst nicht mehr nur ein Prinzip – es ist ein Missverständnis mit Tradition. Es ist an der Zeit, dieses Prinzip neu zu bewerten.

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