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Dommermuth: "Immer wieder Verzögerungen" beim 5G-Netzaufbau

Ralph Dommermuth findet Verzögerungen normal. Zuvor hat man der Vodafone-Tochter Vantage Towers daran die Schuld gegeben. Doch der Hauptgrund ist wohl hausgemacht.
/ Achim Sawall
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Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, im Juni 2020 in Berlin (Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)
Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, im Juni 2020 in Berlin Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Der Bau eines neuen Mobilfunknetzes sei "eine große Aufgabe, und es wird immer mal wieder Verzögerungen geben. So ist es leider bei Projekten dieser Größenordnung." Das sagte United Internet-Chef Ralph Dommermuth dem Nachrichtenmagazin Focus(öffnet im neuen Fenster). "Bisher sind wir davon ausgegangen, bereits Mitte des Jahrzehnts so weit zu sein".

Mitte September hatte 1&1 Mobilfunk bekanntgegeben, das Ausbauziel von 1.000 Antennenstandorten für das eigene 5G-Mobilfunknetz bis Ende 2022 nicht erreichen zu können. Der Vodafone-Tochter Vantage Towers als größtem Partner wurde die Schuld dafür gegeben.

Laut den gültigen Vorgaben der Bundesnetzagentur muss United Internet im 3,6-GHz-Frequenzbereich bis Ende 2025 mindestens 25 Prozent der Haushalte mit 5G versorgen, das sind in jedem Fall mehrere Tausend Standorte. 1.000 davon müssen aber bereits bis Ende des Jahres 2022 in Betrieb sein, je Bundesland proportional umgelegt. Ab Dezember 2022 will United Internet erste Breitbanddienste für zu Hause anbieten. Diese sollen eine Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s liefern und werden mit 5G-Technik realisiert.

Erfahrungen mit Open RAN bei Telekom und Telefónica

Zu weiteren Verzögerungen dürfte beitragen, dass der japanische Ausrüster Rakuten das neue Mobilfunknetz als Generalunternehmer mit Open RAN errichtet. Rakuten, dessen Kerngeschäft eigentlich E-Commerce ist, schaltete im April 2020 sein LTE-Netz live, im September 2020 folgte 5G. Insgesamt verdoppelten sich die Kosten für den Aufbau des Netzes auf 5 Milliarden US-Dollar. Es sei "fraglich, ob die Open-RAN-Technologie für einen bundesweiten Rollout in Deutschland tauglich ist", erklärte Jochen Bockfeld, Vice President Network Core & Service bei Telefónica Germany im Juni 2022. Open RAN sei eine sehr nützliche und erforderliche Erweiterungstechnik für lokale Netzabdeckung. In Mobilfunknetzen auf dem Land gebe es mit Open RAN noch Probleme mit der Energieeffizienz und der Performance der Antennen, hatte ein Telekom-Manager zuvor erklärt. Die Netzbetreiber wollen mit dem Einsatz und der Entwicklung der Me-Too-Technologie Open RAN die Macht der großen Netzausrüster Huawei, Nokia, Ericsson oder ZTE brechen, aber außer United Internet setzt niemand in Deutschland netzweit darauf. Viele wichtige Open-RAN-Ausrüster kommen aus den USA.


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