Dommermuth: 1&1 will nur echtes Gigabit-5G bauen

1&1 wählt als Partner für ein viertes deutsches Mobilfunknetz die japanische Rakuten Group. Man will nur Gigabitgeschwindigkeit bieten, startet aber stark verspätet.

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Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

United Internet will "echtes 5G" bauen. Das sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth dem Handelsblatt: "Wir verwenden nur Antennen, die Gigabitgeschwindigkeit liefern."

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1&1 wird sein Mobilfunknetz mit dem japanischen Open-RAN-Netzbetreiber Rakuten aufbauen. Rakuten wird Generalunternehmer für das 1&1-Mobilfunknetz. Er hoffe dadurch auf niedrige Betriebskosten, sagte Dommermuth: "Wir werden das Netz mit 50 Mitarbeitern betreiben können, weil es voll automatisiert funktioniert."

NEC liefert die Antennen, Mavenir aus den USA eine wichtige Softwarekomponente. Die meisten Open-RAN-Anbieter kommen aus den USA. Doch die offene Technologie liegt beim 5G-Standard noch zurück, Massive MIMO bietet hier nur der japanische Ausrüster NEC und die Technik ist nicht offen im Sinne von Open RAN.

Rakuten übernimmt die Installation der aktiven Netzausrüstung, wird für die Performance des 1&1-Mobilfunknetzes verantwortlich sein und die Rakuten Communications Platform (RCP) mit Zugangs-, Kern-, Cloud- und Betriebstechnik sowie seine Orchestrierungs-Software einbringen.

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"Mit Rakuten haben wir den weltweit einzigen Open-RAN-Experten an unserer Seite, der wirklich über umfangreiche Praxiserfahrung mit dieser neuen Technologie verfügt", sagte Dommermuth.

Wieder ein Quartal später

Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, einfache Standard-Hardware, Open-Source-Software und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips und Software der professionellen Netzausrüster muss damit verzichtet werden.

Die Netzfunktionen liegen in der Cloud und werden per Software gesteuert. Für das Kernnetz sind vier zentrale Rechenzentren vorgesehen. Rechenzentren und Glasfaserleitungen werden von der 1&1-Schwestergesellschaft 1&1 Versatel bereitgestellt. 1&1 Versatel verfügt jedoch über kein bundesweites Glasfasernetz.

Zuvor war angekündigt worden, dass 1&1 den Aufbau seines eigenen Mobilfunknetzes im dritten Quartal starten werde. Nun erklärte der United-Internet-Konzern, man werde im nächsten Quartal den Bau beginnen.

Rakuten braucht durch Open-RAN viel mehr Basisstationen

Rakuten meldete im ersten Quartal 2021 einen Verlust von 887 Millionen US-Dollar für den Bereich Rakuten Mobile. Rakuten, dessen Kerngeschäft E-Commerce ist, schaltete im April 2020 sein LTE-Netz live, im September 2020 folgte 5G. Bisher hat Rakuten nur 1 Million Kunden in einem Land mit mehr als 126 Millionen Einwohnern. Der neue Netzbetreiber ist weiter stark auf die Nutzung des Netzwerks des Konkurrenten KDDI angewiesen.

Die Kosten für das Open-RAN-Netzwerk waren viel höher als erwartet, berichtete Light Reading. Bis zum Beginn des Jahres 2021 hatte Rakuten damit gerechnet, dass 28.000 4G-Basisstationen für eine Bevölkerungsabdeckung von 96 Prozent ausreichen würden. Aber die Zahl wurde im Februar auf 44.000 erhöht, was die Kosten von Rakuten um rund 2 Milliarden US-Dollar steigert.

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