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Icann kam Regierungen entgegen

Üblicherweise arbeitet die Icann-Community nach dem sogenannten Bottom-up-Multi-Stakeholder-Modell. So entwickelt sie neue Richtlinien für die Verwaltung der Internet- und IP-Adressen. Sie entscheidet beispielsweise, welche Begriffe weltweit als Domainnamen für Regierungen geschützt werden, oder auch, wie Domainnamen von einem Provider zum anderen übertragen werden können. In den Arbeitsgruppen der Icann sitzen die Vertragsparteien (also Provider und Registries wie .com und .berlin), Internetnutzer, Vertreter der Länderendungen, die technische Community, Markenrechteinhaber und Zugangsprovider an einem Tisch.

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Gemäß der Satzung der Icann sind Regierungen im Regierungsbeirat (Governmental Advisory Committee, kurz GAC) organisiert. Sie nehmen in der Regel nicht an der Richtlinienentwicklung teil, haben aber eine Art Vetorecht - indem sie einen sogenannten GAC Advice aussprechen können. Dieses Vetorecht nutzen sie gelegentlich, zuletzt in dem Streit um .amazon. Nicht-Regierungsorganisationen wie Strafverfolgungsbehörden können indirekt durch einen Sitz im Regierungsbeirat vertreten sein.

Dass der Entwicklungsprozess neuer Richtlinien aufwendig und mühsam ist, ist bekannt. Denn sobald die Gremien Konsens erzielen, kann ein Veto der Regierungen jahrelange Verhandlungen zunichtemachen. Regierungen haben beispielsweise durchgesetzt, dass bei allen neuen Top-Level-Domains alle Zwei-Zeichen-Domains, die Länderkürzeln entsprechen, nicht registriert werden dürfen.

Daher hat Icann im Jahr 2016 erstmals eine neue Form der Zusammenarbeit ausprobiert und neben den bisherigen Gruppen auch die Regierungsvertreter zur Richtlinienentwicklung eingeladen. Im sogenannten Work Track 5 of the New gTLD Subsequent Procedures Policy Development Process Working Group, der sich mit dem künftigen Umgang geografischer Namen als Top-Level-Domains beschäftigte, war eine der vier stellvertretenden Vorsitzenden Olga Cavalli, die für die argentinische Regierung im Regierungsbeirat von Icann sitzt.

Zusätzlich nahmen einige Regierungsvertreter an den laufenden Gremiumssitzungen teil, zum Beispiel der schweizerische und kanadische Regierungsvertreter. Diese neue Form der Einbeziehung von Regierungen auf Basis des bewährten Icann-Modells fand überwiegend große Zustimmung.

Mehr Einflussnahme erwünscht

Dennoch ging die Öffnung des Multi-Stakeholder-Modells seitens Icann einigen Beteiligten nicht schnell und weit genug. Nach und nach nahmen daher auch Vertreter von Strafverfolgungsbehörden an den Sitzungen des Regierungsvertreter-Komitees bei Icann als nicht stimmberechtigte sogenannte Observer teil, was durchaus den Satzungen der Komitees entspricht.

Mit den Vertretern der Strafverfolgungsbehörden (Law Enforcement Agencies, kurz LEA) haben Regierungen so zusätzlich zum Regierungsbeirat bei Icann indirekt Einfluss in den Icann-Gremien. Die Gremienarbeit könnte eine Alternative zu der mühsamen globalen Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Internet-Straftaten sein - und Icann-Richtlinien die globale Strafverfolgung vereinfachen. Das ist zwar aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden nachvollziehbar, allerdings ist es nicht die Aufgabe von Icann, ihnen die Arbeit abzunehmen.

Trotzdem versuchen sie auch auf andere Art, ihre Interessen durchzusetzen.

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 Domainverwaltung: Gleichgewicht bei Icann in GefahrRegierungsbeirat gründete separate Gruppe 
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/mecki78 01. Mai 2020

Die abuse Adressen bleiben öffentliche einsehbar. Du kannst also bei SPAM und Phishing...

gutenprint22 30. Apr 2020

Du kannst bei Vielen Domain Anbietern das sogenannte Whois Privacy buchen, je nach...

/mecki78 23. Apr 2020

Die WHOIS Daten sagen gar nichts darüber aus wie vertrauenswürdig eine Seite ist, das...

packansack 23. Apr 2020

Die benutzen doch jetzt diesen Service, der einem automatisch Titelbilder vorschlägt...


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