Domain: ISOC-Mitglieder fordern Stop des .org-Verkaufs

Der Beirat der Mitglieder der Internet Society (ISOC) fordert einen vorläufigen Stop des Verkaufs der .org-Domain. Eigentlich wollte die ISOC den Betrieb der Domain an einen Finanzinvestor verkaufen.

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Die lokalen Mitgliedsverbände der ISOC fordern über ihren Beirat einen Stop des .org-Verkaufs.
Die lokalen Mitgliedsverbände der ISOC fordern über ihren Beirat einen Stop des .org-Verkaufs. (Bild: Pexels)

Bei dem geplanten Verkauf der .org-Domain durch die Internet Society (ISOC) an einen Finanzinvestor bekommt die Organisation nun auch deutliche Kritik von ihren eigenen Mitgliedsverbänden. Das berichtet das gewöhnlich gut unterrichtete britische Magazin The Register unter Berufung auf interne Dokumente, die dem Magazin vorliegen. Demnach fordern die Mitgliedsverbände nun einen vorläufigen Stopp des geplanten Verkaufs.

Die .org-Domain wird bisher von dem nicht gewinnorientierten Unternehmen Public Interest Registry (PIR) betrieben, das der ISOC gehört. Die PIR soll nach dem Plan der Organisation jedoch an den Finanzinvestor Ethos Capital verkauft werden. Dagegen regte sich schnell Widerstand aus der Internet-Community und großen Organisationen wie der EFF und der Wikimedia. In einem Kommentar haben wir den Vorgang als Ausverkauf des Internets beschrieben.

Hinzu kommen Forderungen nach einer größeren Transparenz zu der Vereinbarung durch die Regional Internet Registrys. Zuletzt hatte sich auch der kalifornische Generalstaatsanwalt des Verkaufs angenommen. Dieser ist für die Kontrolle der in Kalifornien ansässigen Icann zuständig. Die Icann wiederum gilt als oberste Verwaltung der Internet-Domains und muss dem Transfer offiziell zustimmen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Dem Bericht zufolge kommt Kritik an der ISOC zu dem Verkauf nun offenbar auch aus den eigenen Reihen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das ISOC-Chapter aus den Niederlanden dem Verkauf öffentlich widersprochen. Nun fordert darüber hinaus auch der Beirat der gesamten ISOC-Chapter, den Verkauf aufzuschieben, und das Gremium stellt zudem einige Forderungen.

"In den Verbänden hat man den Eindruck, dass ISOC die Beteiligung der Community offenbar ignoriert, die potenziellen Auswirkungen auf die Community nicht richtig berücksichtigt und die Sichtweise der Community in Bezug auf die .org-TLD falsch verstanden hat", heißt es laut dem Bericht in der Protestnote des Gremiums.

Formal verhindern kann der Beirat den Verkauf der .org-Domain zwar nicht. Für die ISOC könnte es aber große und langfristige organisatorische Probleme nach sich ziehen, wenn sich der Dachverband klar über die Meinung seiner Mitgliedsverbände hinwegsetzt.

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