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Domain: Icann lehnt .org-Verkauf für 1,1 Millarden US-Dollar ab

Denn es sei "richtig, so zu handeln" , sagte die Icann zu ihrer Entscheidung.
/ Marc Sauter
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Die Icann hat den .org-Verkauf formal abgelehnt. (Bild: RocioRoz, Pixabay)
Die Icann hat den .org-Verkauf formal abgelehnt. Bild: RocioRoz, Pixabay

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) hat den Verkauf der Public Interest Registry (PIR) an den Finanzinvestor Ethos Capital abgelehnt(öffnet im neuen Fenster) und somit dem Geschäft über 1,13 Milliarden US-Dollar eine Absage erteilt. Zur Begründung sagte die Icann, die Entscheidung sei "angemessen" und es sei "richtig, so zu handeln" .

Bisher wird die .org-Domain von dem nicht gewinnorientierten Unternehmen Public Interest Registry (PIR) betrieben, welche wiederum eine Tochter der Internet Society (ISOC) ist und von der Icann mit der Verwaltung beauftragt wurde. Mit dem Verkauf der PIR an Ethos Capital würde laut der Icann die fundamentale öffentliche Ausrichtung der PIR durch ein starkes Eigeninteresse des Finanzinvestors und vor allem dessen Anteilseigner ersetzt. Diese hätten kein nennenswertes Interesse daran, die .org-Community zu schützen oder sie zumindest zu unterstützen.

Im November 2019 hatte die Icann den geplanten Transfer der Public Interest Registry (PIR) an Ethos Capital öffentlich gemacht. Über den Finanzinvestor ist wenig bekannt, die Webseite(öffnet im neuen Fenster) des Unternehmens listet lediglich die zwei Gründer auf: Der aktuelle CEO Erik Brooks ist demnach bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten als Finanzinvestor tätig. Die als Chief Purpose Officer bezeichnete zweite Gründerin, Nora Abusitta-Ouri, war zuvor unter anderem mehrere Jahre bei der Icann beschäftigt.

Aufgrund des gTLD-Registierungsabkommen für Top-Level-Domains hatte die Icann eine Frist bis zum 4. Mai 2020, dem Verkauf der Public Interest Registry an Ethos Capital final zuzustimmen oder ihn eben doch abzulehnen. Der Transfer eines Jahrzehnte alten Guts der Community aus dem nichtkommerziellen Sektor in den Privatbesitz als Geldanlage und Spekulationsobjekt war im Vorfeld stark kritisiert worden.

Wegen enger Verbindungen von Mitarbeitern der ISOC, der PIR, von Ethos Capital sowie weiteren beteiligten Unternehmen zueinander und der kurzen zeitlichen Abfolge des geplanten Verkaufs lag zudem der Verdacht nahe, dass die Beteiligten den .org-Verkauf von vornherein ausgehandelt hatten – womöglich gar, um sich daran persönlich zu bereichern.


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