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Dokumente zeigen: Trump kauft Netflix-Anleihen während WBD-Bieterstreit

Während des Übernahmepokers um Warner Bros. Discovery tauchen in Präsident Trumps Finanzunterlagen auch Käufe von Netflix -Schuldtiteln auf.
/ Przemyslaw Szymanski
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US-Präsident Donald Trump (Symbolbild) (Bild: Andrew Harnik/Getty Images)
US-Präsident Donald Trump (Symbolbild) Bild: Andrew Harnik/Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat während des Bieterwettstreits um Warner Bros. Discovery Anleihen des Streamingdienstes Netflix gekauft. Das geht aus Finanzunterlagen (PDF)(öffnet im neuen Fenster) hervor, die das Weiße Haus am 4. März veröffentlicht hat.

Demnach tätigte Trump im Januar zwei Käufe: Am 2. Januar erwarb er Netflix-Anleihen im Wert von 500.000 bis eine Million US-Dollar, am 20. Januar folgte eine weitere Transaktion über Schuldpapiere des Unternehmens im Umfang von 100.000 bis 250.000 Dollar.

Der Zeitpunkt der Käufe fällt in eine Phase, in der Warner Bros. Discovery zum Ziel eines milliardenschweren Übernahmeringens mehrerer Medienkonzerne wurde. Auch Netflix wurde dabei zeitweise als möglicher Interessent für zentrale Geschäftsbereiche des Konzerns gehandelt und prüfte entsprechende Optionen.

Im Verlauf des Prozesses zog sich Netflix jedoch aus dem Verfahren zurück. Den Zuschlag erhielt schließlich ein Konsortium aus Paramount und Skydance, das sich mit einem höheren Angebot durchsetzte . Netflix-Chef Ted Sarandos erklärte später, das Unternehmen habe von Anfang an einen klaren finanziellen Rahmen für sein Gebot festgelegt und diesen bewusst nicht überschreiten wollen.

Treffen in Washington abgesagt

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster) , die Investitionen des Präsidenten seien so angelegt, dass sie etablierte Marktindizes möglichst nachbilden sollen. Weder Präsident Trump noch ein Mitglied seiner Familie habe "die Möglichkeit, zu steuern, zu beeinflussen oder auch nur Hinweise darauf zu geben, wie das Portfolio investiert wird oder wann Anlagen gekauft oder verkauft werden" . Sämtliche Anlageentscheidungen würden "vollständig von unabhängigen Vermögensverwaltern getroffen" .

Aus den veröffentlichten Finanzunterlagen geht zudem hervor, dass die Netflix-Anleihen nur einen kleinen Teil der Aktivitäten darstellen. Demnach führte Trump im Januar 2026 zahlreiche weitere Wertpapiertransaktionen durch, darunter Käufe und Verkäufe von Papieren großer US-Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen.

Die Dokumente stützen damit die Darstellung eines breit gestreuten Portfolios. Nichtsdestotrotz haben mehrere US-Medien Zweifel geäußert, ob einzelne Transaktionen tatsächlich vollständig unabhängig vom Amt des US-Präsidenten erfolgten.

Fragen wirft vor allem ein geplanter Besuch von Netflix-Chef Ted Sarandos in Washington auf: Er sollte dort Trump sowie dessen Stabschefin Susie Wiles treffen, das Gespräch wurde laut Axios(öffnet im neuen Fenster) jedoch kurzfristig abgesagt. Nachdem Netflix später entschieden hatte, sein Gebot für Warner Bros. Discovery nicht zu erhöhen und sich aus dem Verfahren zurückzuziehen , sollen beide laut Berichten noch am selben Abend miteinander telefoniert haben.


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