Dokumentarfilmer: "Illegale Downloads schaden uns weniger als ARD und ZDF"
"Alle illegalen Downloads haben der deutschen Dokumentarfilmbranche materiell weniger geschadet als die Vertragspraxis von ARD und ZDF an einem einzigen Tag." Das hat die AG Dokumentarfilm laut(öffnet im neuen Fenster) einem Bericht des Magazins Charta(öffnet im neuen Fenster) erklärt.
Die Organisation, die sich als medienpolitische Interessenvertretung des Dokumentarfilms versteht, hatte am 31. Mai 2012 ARD und ZDF angegriffen. In einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder werden die Vertragsbedingungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kritisiert, die laut Ministerpräsidenten-Konferenz "ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte" bieten müssten.
Wiederholungsrechte, Internetverwertungen, Ausschnittrechte und viele andere Refinanzierungsmöglichkeiten würden freien Dokumentarfilm-Autoren, -Regisseuren und -Produzenten durch Knebelverträge weggenommen – und zwar ohne jede zusätzliche Vergütung. "Alle Welt redet in diesen Tagen über Internetpiraterie. Aber keiner redet darüber, dass ARD und ZDF jeden Tag Inhalte ins Netz stellen, ohne die Urheber dafür zu bezahlen" , sagte AG-DOK-Vorsitzender Thomas Frickel. Im Schreiben an die Ministerpräsidenten heißt es: "Durch diese Piratenmentalität verursachen die öffentlich-rechtlichen Sender der deutschen Dokumentarfilmbranche und weiten Teilen der Kreativwirtschaft immense wirtschaftliche Schäden." Dass so etwas in einem System möglich ist, das mit Milliardenbeträgen öffentlich finanziert und durch die politisch verfasste Öffentlichkeit kontrolliert wird, sei skandalös.
Der AG Dokumentarfilm gehören nach eigenen Angaben bundesweit rund 870 Dokumentarfilm-Autoren, -Regisseure und -Produzenten an.
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