Doku zu John McAfee: Seine eigene Wahrheit

Brillant, narzisstisch, manipulativ: Einst bewundert, wurde John McAfee zu einer umstrittenen Figur. Eine Doku begleitet den Mann auf der Flucht ganz nah - leider zu nah.

Eine Rezension von veröffentlicht am
John McAfee in Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee
John McAfee in Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee (Bild: Netflix)

Spoiler-Hinweis: In dieser Rezension erzählen wir viel über die Handlung in der Doku, dazu einiges an Hintergründen. Wer sich komplett überraschen lassen will, sollte lieber erst den Film schauen und dann lesen.

"Kennen Sie mich nicht? Ich bin der Gründer der Antivirensoftware McAfee." So oder so ähnlich stellt sich John McAfee immer vor, wenn er neuen Menschen begegnet. Etwa bei dem Anwalt, der ihm nach seiner illegalen Einreise aus Belize nach Guatemala aus der Patsche helfen soll, oder in einem Laden, in dem er eine alberne Perücke als Tarnung anprobiert. Selbst bei einer Verhaftung in den USA durch Polizeibeamte nach einer nächtlichen Autofahrt: McAfee redet immer sehr ausführlich von sich selbst.

Man on the run

John McAfee, Gründer der gleichnamigen Antivirensoftware, ist sicherlich eine der schillerndsten und kontroversesten Figuren aus der Gründerzeit des Internets. Der neue Dokumentarfilm Running With The Devil auf Netflix (deutsch: Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee) beleuchtet die letzten Jahre seines Lebens, die von einer anhaltenden Flucht vor Behörden und einer überbordenden Paranoia geprägt waren.

Der Film von Charlie Russell zeigt bislang unveröffentlichte Aufnahmen, lässt Weggefährten und andere, aber vor allem McAfee selbst zu Wort kommen. Die Einordnung bleibt zumindest am Anfang dem informierten Zuschauer überlassen und wird später nur von besagten Weggefährten zumindest teilweise geliefert.

Wer sich im Film zurechtfinden will, benötigt einiges an Hintergrundwissen. Denn der Film nutzt fast ausschließlich Material des Kameramanns und Kriegsberichterstatters Robert King, der erst bei McAfees Flucht aus Belize zu ihm stößt. Vorherige prägende Ereignisse in McAfees Leben werden nur angerissen oder komplett weggelassen. Ohne Kenntnisse dieser Vorgeschichten fällt der Einstieg in den Film schwer.

Per Medien-Hype zum Reichtum

Der Film macht überdeutlich, dass McAfee schon bei seinem Aufstieg zum Internetstar eines nicht kann: auf Aufmerksamkeit durch die Medien verzichten. Ohne sie wäre wohl auch der plötzliche und rasante Anstieg der Verkaufszahlen seiner Antivirensoftware nicht möglich gewesen. So tritt McAfee selbst an die Öffentlichkeit, um vor dem sogenannten Michelangelo-Virus zu warnen, das am 6. März 1992 auf Millionen von Rechnern weltweit zuschlagen sollte.

McAfee mittendrin

US-Medien und selbst die Jugendzeitschrift Bravo berichten darüber und lösen damit eine weltweite Hysterie aus. Die Software von McAfee sollte alle retten. Tatsächlich waren die Auswirkungen des Virusbefalls erheblich geringer als kolportiert.

Gut für den Film: Ohne McAfees Geltungsbedürfnis vor der Kamera hätte auch die Netflix-Doku sicherlich nicht so spannende Einblicke.

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Von Colorado nach Belize in den Dschungel 
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EssOhPeeAitchEyeEe 15. Sep 2022

Zum Glück, denn Rechtschreibung scheint nicht deine Stärke zu sein. Brillant ist korrekt so.

Trollversteher 29. Aug 2022

Schwach finde ich eher, wenn man solch harsche Kritik vom Stapel lässt, obwohl man den...

Trollversteher 29. Aug 2022

Ja, unappetitlich, aber wenn's das nur gewesen wäre, immer noch seine Privatsache - das...

Trollversteher 29. Aug 2022

Nein, Vorsicht ist dann angebracht, aber sicher nicht Paranoia, die ist per Definition...



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