Fazit

Brillant, narzisstisch, innovativ, paranoid, geschäftstüchtig, brutal, manipulativ, ein ''kompletter Psychopath''. Das sind nur einige der Begriffe, die in Zusammenhang mit dem Namen John McAfee fallen. Der Film versucht, diese widersprüchlichen Facetten seiner Persönlichkeit zu zeigen. Und das gelingt, zumindest meistens. Durch die Protagonisten, aber auch durch McAfee selbst.

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Robert King kam McAfee sehr nahe, vielleicht persönlich etwas zu nah. Die gewählten Bilder sind teils entlarvend, manchmal auch sympathisierend. King sagt selbst im Film, McAfee sei ein Freund gewesen, er habe ihn aber nur beobachten wollen. Wenn McAfee zu dem Mord in San Pedro etwas habe sagen wollen, habe er das getan. Danach gefragt habe er selbst aber nicht. Immerhin erfährt der Zuschauer, wie King, der die meisten Bilder für den Film liefert und mehrheitlich zu Wort kommt, zu McAfee stand.

So wabert der Film oft zwischen Dokumentarfilm und Dokudrama mit möglichst spektakulären Episoden. Er hinterlässt mitunter das Gefühl, dass auch der Film nicht genügend Distanz zu McAfees entrücktem Weltbild schafft und vor allem zu wenig hinterfragt.

Überwiegend bleibt durch das authentische Filmmaterial und dessen Auswahl aber der deutliche Eindruck eines paranoiden Mannes, der zusehends in seiner eigenen verqueren Realität verschwindet. Und der immer wieder fast verzweifelt versucht, andere davon zu überzeugen. Durch eigenes Verschulden wird letztendlich McAfees Verfolgungswahn zur Realität und beschert ihm einen zweifelhaften Triumph.

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McAfee wollte mit der Hilfe von King, Foster und Castoro seine eigene Wahrheit verbreiten. "Ich werde jede Realität erfinden, die ich für richtig halte", sagt er in die Kamera. Die anderen Protagonisten im Film säen immerhin Zweifel an diesen vielen erfundenen Realitäten.

Opfer, wie die Angehörigen des Mordopfers Greg Faull oder die Quorumex-Mitarbeiterin Allison Adonizio, von der McAfee der Vergewaltigung bezichtigt wurde, kommen bedauerlicherweise gar nicht zu Wort. Der Wahrheit um McAfees Rolle in dem offiziell nie aufgeklärten Mord an Faull nachzugehen, schafft der Dokumentarfilm John McAfee - Das bizarre Leben des Software-Millionärs von Nanette Burstein aus dem Jahre 2016 mit einer gut recherchierten These deutlich besser.

Charlie Russells Film wertet hingegen oft nicht genug und bohrt nicht nach, sondern beobachtet nur. Aber das ist vielleicht auch die Intention von Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee. McAfee spielte ja selbst mal mehr und oft weniger geschickt mit der Wahrheit und überließ es den anderen, sich einen Reim darauf zu machen. Sehenswert ist der Film allemal.

Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee (Original: Running With The Devil: The Wild World Of John McAfee) ist am 24. August auf Netflix gestartet.

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 Unwidersprochene Behauptungen und manipulative Bilder
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EssOhPeeAitchEyeEe 15. Sep 2022 / Themenstart

Zum Glück, denn Rechtschreibung scheint nicht deine Stärke zu sein. Brillant ist korrekt so.

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Schwach finde ich eher, wenn man solch harsche Kritik vom Stapel lässt, obwohl man den...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Ja, unappetitlich, aber wenn's das nur gewesen wäre, immer noch seine Privatsache - das...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Nein, Vorsicht ist dann angebracht, aber sicher nicht Paranoia, die ist per Definition...

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