Unwidersprochene Behauptungen und manipulative Bilder

Spätestens als seine neue Ehefrau Janice Dyson zu Wort kommt und von ihrer Begegnung mit einem vermeintlichen Mitglied des Kartells berichtet, wird klar, dass der Film keine Gegenstimmen oder gar recherchierte Hintergründe zu Aussagen der Protagonisten präsentieren möchte. Er lässt Letzere einfach zu Wort kommen. Dyson erzählt, sie sei von einem unbekannten Kartellmitglied aufgefordert worden, McAfee mit Gift zu töten.

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Eine Plastiktüte mit Pulver zeigt der Film gleich mit - ob das gestellt ist, wie die Aufnahmen unmittelbar davor, oder echt, bleibt der Interpretation des Zuschauers überlassen.

Ein wenig effekthascherisch ist das schon. Dyson sagte, sie sei überzeugt davon, dass es Leute gebe, die hinter McAfee her seien und ihn mundtot machen wollten. Der Film lässt ihre Aussage so stehen.

Wilde Partys auf der Motorjacht

Filmisch befinden wir uns inzwischen auf einer Motorjacht irgendwo in der Karibik. Kameramann Robert King ist wieder zu McAfee gestoßen und kommentiert später verständnisvoll McAfees neue Beziehung zu Dyson. King spricht von Alkoholexzessen auf der Kreuzfahrt und erstmals werden auch Drogen erwähnt, darunter ein ominöses Pulver, genannt Badesalz. Es mache einen noch mehr kirre als Crystal Meth, sagt King. John habe einiges davon genommen. Wieder mit dabei: viele, viele Waffen und Bodyguards.

Personenschützer in Angst

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McAfee habe nachts auf dem Boot mit den Waffen wild herumgefeuert, sagt King. Zusammen mit Dyson habe McAfee so viel Angst verbreitet, dass sich sogar seine Bodyguards unter ihrem Bett versteckt hätten. King flieht mitten in der Nacht und fliegt zurück in die USA. Er habe zum ersten Mal erkannt, dass McAfee zu einem Mord fähig sei.

Es ist die erste wirklich wertende Aussage eines Protagonisten zu McAfee im Film.

Im letzten Teil wird zunächst kurz der Mord an Greg Faull wieder aufgegriffen. Faull sei eigentlich ein ganz netter Kerl gewesen, sagt Darryl Williams, ein Cousin ersten Grades, zu dem McAfee engen Kontakt gehabt hat. Es folgt ein fast apologetischer Rückblick auf McAfees Leben. In Belize sei McAfee wieder dem Alkohol und den Drogen verfallen, berichtet Williams. Und Drogen könnten ja das Bewusstsein verändern. Danach wird der Mord an Greg Faull nicht nochmal erwähnt. Es entsteht der Eindruck, als wolle der Film das Thema möglichst unter den Tisch kehren - wie auch McAfee selbst.

Zerrüttete Kindheit

Der Ghostwriter Foster berichtet von McAfees erster Tochter, die er ja nicht erwähnen dürfe. Er habe es nie verwunden, dass er sie verlassen habe, vertraute McAfee Foster an. Im Januar 2020 teilt McAfee per Twitter mit, dass er 47 Kinder habe. Diese Zahlen hätten kleiner ausfallen können, wenn es damals DNA-Tests gegeben hätte, schiebt er hinterher. McAfee sei als Kind von seinem Vater misshandelt worden, berichtet Foster. Auch habe er zusehen müssen, wie seine Mutter vom Vater misshandelt worden sei. McAfee habe aus Angst vor sich selbst keinen Kontakt zu seinen Kindern gesucht.

Fulminantes Ende

In der letzten Dreiviertelstunde des Films werden Szenen gezeigt, die ein klareres Bild von McAfee und seinen inneren Dämonen zeichnet. Ab hier wollen wir nicht mehr spoilern. Nur so viel: Robert King wird erneut auf die Motorjacht von McAfee eingeladen - seine letzte Begegnung mit McAfee. Es ist das Jahr 2019, kurz vor McAfees Verhaftung in Spanien und seinem anschließenden Suizid im dortigen Gefängnis 2021. Die US-Behörden fahnden wegen Steuerhinterziehung und Insiderhandel mit Kryptowährungen nach ihm. Jetzt ist wirklich jemand hinter ihm her.

Im Abspann werden Ausschnitte aus der Berichterstattung von Fox News und ein Interview mit der Witwe Dyson gezeigt, die Zweifel an der These eines Selbstmords McAfees schüren. Aber auch, dass die spanische Justiz nach monatelanger Untersuchung McAfees Tod als Suizid feststellt.

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 Der Mord, der alles veränderteFazit 
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EssOhPeeAitchEyeEe 15. Sep 2022 / Themenstart

Zum Glück, denn Rechtschreibung scheint nicht deine Stärke zu sein. Brillant ist korrekt so.

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Schwach finde ich eher, wenn man solch harsche Kritik vom Stapel lässt, obwohl man den...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Ja, unappetitlich, aber wenn's das nur gewesen wäre, immer noch seine Privatsache - das...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Nein, Vorsicht ist dann angebracht, aber sicher nicht Paranoia, die ist per Definition...

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