Der Mord, der alles veränderte

In San Pedro gerät McAfee wegen seiner Hunde, die am Strand Anwohner bedroht haben sollen, in Konflikt mit seinem Nachbarn Gerg Faull. Faull habe gedroht, seine Hunde umzubringen, behauptet er. Die Tiere werden am nächsten Tag tatsächlich vergiftet und im Todeskampf von McAfee erschossen.

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Am Tag darauf wird Greg Faull erschossen aufgefunden. McAfee flieht, bevor ihn die örtliche Polizei befragen kann. Auch hier verzichtet Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee auf Details, befragt keine Nachbarn oder die Polizei und gibt vor allem Faulls Angehörigen keine Stimme. Im Film wird davon nur nebenbei in kurzen Rückblenden erzählt, wieder ohne Einordnung.

McAfees Spiel mit den Medien

Stattdessen beginnt die Doku direkt mit McAfees Flucht aus Belize in Begleitung des Reporters Rocco Castoro sowie Robert King. McAfee meldet sich selbst bei dem Online- und Printmagazin Vice, um seine Flucht als Story anzubieten. Alle drei treffen sich im Süden Belizes in einem extravaganten Hotel mitten im Dschungel.

Die Medien als Pannenhelfer

Berühmt-berüchtigt wird die Panne, die den exakten Aufenthaltsort der Gruppe in Belize an der Grenze zu Guatemala preisgibt. Ein auf Vice gepostetes Foto von McAfee enthält Geodaten. Die Überschrift des dazugehörigen Artikels lautet: We Are with John McAfee Right Now, Suckers. Das Resultat: Hohn im Internet für Vice und eine überhastete Flucht für McAfee per Boot ins Nachbarland. Vor der Kamera sieht man Castoro mit McAfee schimpfend beim verzweifelten Versuch, den Fehler zu korrigieren.

Manipulativer Narzissmus

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McAfee will sich als von einem Schlaganfall gezeichneter Mann tarnen und übt bei jeder Gelegenheit mit einem Stock und mit albernen Gesten, die King ebenfalls mit der Kamera festhält. Castoro ist zunächst von seinem vermeintlichen Scoop begeistert. Später sieht man ihm die Angst vor den möglichen Konsequenzen seiner ebenfalls illegalen Einreise in Guatemala an. McAfee erklärt ihm immer wieder, er könnte jetzt auch ein Ziel seiner Verfolger sein - wegen Fluchthilfe. Die Kamera zeigt viele Nahaufnahmen von McAfee und dem immer nervöser werdenden Castoro.

McAfee, das Opfer?

McAfee erzählt vor versammelter Presse von einer Verschwörung der belizischen Regierung gegen ihn. Die von ihm an die Polizei in San Pedro gespendeten Computer seien verwanzt und mit Keyloggern ausgestattet gewesen. Er habe also mitverfolgen können, wie die Regierung von Belize es auf ihn abgesehen habe und ihn ermorden wolle, weil er sich weigert, Erpressungsgelder zu zahlen. Und dass sie ihm den Mord an seinem Nachbarn in San Pedro anhängen wolle. Und dass er all das beweisen könne.

Medien in Guatemala und den USA berichten darüber. Der Präsident von Belize nennt McAfee vor laufenden Kameras "Bonkers", also "irre" - eine der wenige Gegenstimmen im Film. Zu der Pressekonferenz in Guatemala City, auf der er diese Bewiese präsentieren will, kommt es aber nicht mehr. McAfee wird verhaftet. Selbst aus dem Gefängnis postet er Aufnahmen von sich.

Überrumpelter Journalist

Im Film erzählt Castoro später, er habe sich geschämt, McAfee nicht mit dem Mord an Faull in Belize konfrontiert zu haben. Eine Sequenz in dem Dokumentarfilm zeigt ihn, wie er per Telefon noch versucht, McAfee dazu zu befragen. Der legt jedoch einfach auf. Da steht McAfee nach einem vorgetäuschten Herzinfarkt kurz vor seiner Abschiebung nach Miami in den USA. Vice veröffentlicht Castoros Story und Kings Filmaufnahmen nicht.

Ausgeprägter Verfolgungswahn

Mittlerweile seien es nicht mehr nur die Behörden in Belize, die ihn tot sehen wollten, zu seinen Verfolgern zähle jetzt auch das Drogenkartell Sinola, sagt McAfee. Er könne sich in jedes Computersystem der Welt hacken und habe Informationen über jede wichtige Person gesammelt, sagte er dem Ghostwriter Alex Cody Foster, der später in Maine etliche Interviews mit McAfee geführt hat. Deshalb sei er für das Kartell, aber auch für Regierungen weltweit gefährlich. Beweise dafür liefert McAfee abermals nicht. Es werden viele Waffen gezeigt und wie McAfee damit Schießübungen macht. Im Film beginnt nun das Narrativ eines von Verfolgungswahn besessenen Mannes.

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 Von Colorado nach Belize in den DschungelUnwidersprochene Behauptungen und manipulative Bilder 
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EssOhPeeAitchEyeEe 15. Sep 2022 / Themenstart

Zum Glück, denn Rechtschreibung scheint nicht deine Stärke zu sein. Brillant ist korrekt so.

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Schwach finde ich eher, wenn man solch harsche Kritik vom Stapel lässt, obwohl man den...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Ja, unappetitlich, aber wenn's das nur gewesen wäre, immer noch seine Privatsache - das...

Trollversteher 29. Aug 2022 / Themenstart

Nein, Vorsicht ist dann angebracht, aber sicher nicht Paranoia, die ist per Definition...

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